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Verkehr & Umwelt : Fahrverbot für Lastwagen in Darmstadt verschoben

  • Aktualisiert am

Auch Busse und Laster tragen zur Belastung durch Feinstaub bei Bild: AP

Das Land Hessen hat mitgeteilt, daß das im Darmstädter Aktionsplan zur Reduzierung der Feinstaubbelastung vorgesehene Durchfahrverbot für Transitlastwagen ab 3,5 Tonnen sowie das Nachtfahrverbot für Lastwagen bis zum Frühjahr 2007 verschoben wird.

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          Das Land Hessen hat am Montag mitgeteilt, daß das im Darmstädter Aktionsplan zur Reduzierung der Feinstaubbelastung vorgesehene Durchfahrverbot für Transitlastwagen ab 3,5 Tonnen sowie das Nachtfahrverbot für Lastwagen bis zum Frühjahr 2007 verschoben wird. Darauf hat sich nach Angaben der beiden beteiligten Ministerien für Umwelt sowie für Wirtschaft und Verkehr am Montag eine Gesprächsrunde in Wiesbaden geeinigt, an der die Landräte Alfred Jakoubek aus Darmstadt-Dieburg, Horst Schnur aus dem Odenwaldkreis, Darmstadts Stadtrat Dieter Wenzel (alle SPD), die Bürgermeister aus Roßdorf, Ober-Ramstadt und Mühltal, der erste Stadtrat aus Reinheim und eine Vertreterin der IHK teilgenommen haben.

          Als Grund führte der Staatssekretär im Verkehrsministerium, Bernd Abeln (CDU), den Ausbau der B 426 an der Grenze von Eberstadt und Mühltal - in der Gemarkung „Felsnase“ - an. Um die Fahrbahn dort auf sieben Meter zu verbreitern und einen Rad- und Gehweg anzulegen, müsse die B 426 für rund sechs bis sieben Monate komplett gesperrt werden. Das aber erfordere, die B 26 - sie führt durch Darmstadt - offen zu halten.

          Kompromißvorschlag „notgedrungen“ angenommen

          Abeln sagte, der Ausbau der B 426 - für den es Baurecht gebe und das Geld zur Verfügung stehe - werde im Frühjahr so zügig wie möglich geschehen. „Es muß gewährleistet sein, daß bei Öffnung des Lohbergtunnels auch dieser Bauabschnitt fertiggestellt ist.“ Würde die Bundesstraße nur einstig gesperrt und der Verkehr über eine Ampelsteuerung geregelt, verlängere sich die Bauzeit auf etwa 17 Monate. Man könne nicht den Lohbergtunnel freigeben und auf der B 426 einen neuen Engpaß schaffen, so der Staatssekretär.

          Stadtrat Wenzel sagte auf Nachfrage, die Stadt habe sich dem Kompromißvorschlag „notgedrungen“ angeschlossen. Über den aktuellen Planungsstand für die B 426 sei er erst jetzt informiert worden. Er hoffe jedoch, daß die Sperrung der Innenstadt für Transitlastwagen und das Nachtfahrverbot noch in diesem Jahr in die Tat umgesetzt werden könnten.

          Lastwagenfahrer sollen im Sommer befragt werden

          Der Staatssekretär im Umweltministerium, Karl-Winfried Seif (CDU), teilte mit, daß noch in diesem Sommer in Darmstadt Lastwagenfahrer befragt werden sollten, um genaue Zahlen über den „Ziel- und Quellverkehr“ zu bekommen. Anhand der Umfrageergebnisse sei dann zu entscheiden, ob das ursprünglich bis Ende 2007 befristete Durchfahrverbot verlängert oder modifiziert werden solle. Hintergrund sind Überlegungen des Bundes, die Ausweisung von sogenannten Umweltzonen gesetzlich zu regeln, in die nur schadstoffarme Fahrzeuge fahren dürfen. Sollten die entsprechenden Regelungen rechtzeitig wirksam werden, könnte 2007 statt des Durchfahrverbots in Darmstadt gleich eine solche Umweltzone eingerichtet werden, die im Aktionsplan als mittelfristiges Ziel beschrieben ist.

          Die vorgestellten Änderungen kommen für die Politiker in der Stadt überraschend. Vergangene Woche erst hatten CDU und Grüne eine zügige Verwirklichung des Aktionsplans verlangt. Es sei inakzeptabel, daß die Beschilderungspläne für die empfohlenen Umleitungen vom Land noch nicht genehmigt seien, kritisierte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Doris Fröhlich. Auch sie begründete die Eile mit dem Bauvorhaben an der B 426, allerdings unter einem anderen Gesichtspunkt. Eine Sperrung der „Felsnase“ bedeute ohne Durchfahrverbot, daß der umgeleitete Verkehr „für mindestens ein halbes Jahr durch Darmstadt fließt - Überschreitung der Grenzwerte garantiert“.

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