https://www.faz.net/-gzg-a3s80

Verbrechen vor 32 Jahren : Zweite Festnahme wegen Kindsmord in Hanauer Sekte

Beweisstücke aus der Vergangenheit: Die verurteilte Frau sieht sich Privatbilder im Gerichtssaal an. Bild: Lucas Bäuml

Nach der Veurteilung der Chefin einer Hanauer Sekte wegen Kindsmord ist nun eine weitere Person festgenommen worden. Dabei handelt es sich um die Mutter des getöteten Jungen.

          1 Min.

          Im Fall des Kindermords in einer Sekte in Hanau hat die Polizei eine 59 Jahre alte Frau festgenommen. Es handelt sich um die Mutter des vier Jahre alten Jungen, der im Jahr 1988 in Hanau zu Tode gekommen war, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitagabend mitteilten. Demnach wurde die Frau in Leipzig gefasst.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Landgericht Hanau hatte am Donnerstag eine andere Frau, die 73 Jahre alte Sylvia D., nach Überzeugung der Richter Führungsfigur der Hanauer Sekte, wegen Mordes an dem Kind zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Dem Urteil zufolge ließ sie das Kind an einem warmen Tag im August vor 32 Jahren in einem Leinensack ersticken.

          In den Sack gezwungen worden war der Vierjährige von seiner Mutter Claudia H., allerdings auf Anweisung von Sylvia D., der die Eltern die Erziehung des Kindes überlassen hatten, wie es in der Urteilsbegründung hieß. Die Eltern des Jungen waren Anhänger der Sekte. Die Strafkammer erließ nach dem Urteil am Donnerstag einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr, so dass Sylvia D. im Gerichtssaal festgenommen wurde.

          Das Urteil gegen die Anführerin der Sekte ist noch nicht rechtskräftig, ihre Verteidiger wollen Revision beantragen- Wie am Freitagabend bekannt wurde, beantragte die Staatsanwaltschaft unmittelbar nach dem Urteil auch einen Haftbefehl gegen Claudia H., der Beihilfe zum Mord an ihrem Sohn vorgeworfen wird, wie die Ermittler mitteilten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Angriff in Iran : Attentat nach dem Kalender

          Bis Biden kommt, will Israel die Fähigkeiten Irans soweit es geht schwächen – und die angekündigten Verhandlungen über ein wiederaufgelegtes Atomabkommen verderben.
          Kritisierte Meuthens Rede als „spalterisch“: der Vorsitzende der Bundestagsfraktion und AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland

          AfD-Parteitag : Gauland schlägt zurück

          Für seine Kampfansage an die Radikalen muss der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen heftige Kritik einstecken. Fraktionschef Alexander Gauland rügt Meuthens Rede als „Verbeugung vor dem Verfassungsschutz“ – dabei müsse die AfD gegen diesen „kämpfen“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.