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Verbraucher : Vermutlich kein „Gammelfleisch“ nach Hessen gelangt

  • Aktualisiert am

Überlagertes Fleisch ist auch am Geruch zu erkennen Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Überlagertes „Gammelfleisch“ aus Nordrhein-Westfalen ist nach Erkenntnissen der Lebensmittelüberwachung vermutlich nicht nach Hessen gelangt. Doch hatten die beschuldigten Unternehmen in Gelsenkirchen und Lastrup auch Kunden in Hessen.

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          Überlagertes „Gammelfleisch“ aus Nordrhein-Westfalen ist nach bisherigen Erkenntnissen der Lebensmittelüberwachung vermutlich nicht nach Hessen gelangt. Wie das Wiesbadener Umweltministerium am Donnerstag mitteilte, hatten allerdings die beschuldigten Unternehmen in Gelsenkirchen und Lastrup auch Kunden in Hessen.

          Laut Ministerium sind in den vergangenen 15 Monaten drei Lieferungen aus Gelsenkirchen über die Landesgrenze gekommen. Eine sei im September 2004 an einen nordhessischen Abnehmer gegangen, der nicht mehr existiere, so daß weder Ware noch Geschäftsunterlagen aufzufinden seien. Eine zweite Lieferung habe im Januar eine südhessische Handelsfirma erreicht, die sie sofort weiter nach Baden-Württemberg verschickt habe.

          „Ware mit 99prozentiger Sicherheit in Ordnung“

          Eine dritte Lieferung von fünf Tonnen Schweinespeck gelangte im November nach einem Umweg über Dänemark an einen hessischen Abnehmer und wurde zur Untersuchung beschlagnahmt. Nach Angaben des Umweltministeriums ist die Ware mit 99prozentiger Sicherheit in Ordnung.

          Ein Anfang November in Lastrup geschlossener Betrieb hatte auch sechs hessische Adressen in der Kundenkartei. Ware aus den über ein Jahr zurückliegenden Lieferungen war bei ihnen laut Ministerium jedoch nicht mehr zu finden. Einige hessische Abnehmer hätten Teile der Lieferungen wegen Qualitätsmängeln zurückgeschickt, die Behörden allerdings nicht unterrichtet. Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) unterstützte am Donnerstag die Forderung, eine Meldepflicht für solche Vorgänge einzuführen.

          FDP für einheitliche Vorgaben

          Für Dietzel hat der Gammelfleisch-Skandal das Funktionieren der hessischen Lebensmittelüberwachung gezeigt. Hessen habe als erstes Bundesland schon unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals alle fleischverarbeitenden Betriebe und viele Metzgereien überprüft. Auch eine Sonderkontrolle in Kühlhäusern habe keine Mängel ergeben. In solchen besonderen Situationen müßten notfalls Routinekontrollen von Betrieben und Produkte mit geringerem Gefährdungspotenzial zurückstehen, sagte Dietzel. Kriminelle Machenschaften seien aber auch mit häufigeren Kontrollen nicht völlig auszuschließen.

          Die FDP forderte landeseinheitliche Standards für die den Kommunen unterstehende Lebensmittelüberwachung. Die Verbraucherzentrale müsse die Konsumenten aufklären und verhindern, daß die ganze Fleisch-Branche in Misskredit gerate.

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