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Verbraucher : Gammelwild aus Bayern an fünf Betriebe in Hessen geliefert

  • Aktualisiert am

Wildfleisch-Produzent Berger steht in der Kritik Bild: dpa/dpaweb

Gammelfleisch eines Passauer Wild-Händlers ist auch nach Hessen gelangt. Der hessische Jagdverband hat die Verbraucher schon am Mittwoch aufgerufen, Wildfleisch direkt von heimischen Jägern, Förstern, Wildhändlern und Fleischern zu kaufen.

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          Gammelfleisch eines Passauer Wild-Händlers ist auch nach Hessen gelangt. Den Lieferlisten zufolge hätten fünf Betriebe in vier hessischen Landkreisen Ware der bayerischen Firma Berger Wild GmbH erhalten, teilte das Verbraucherschutzministerium in Wiesbaden mit. Die gelieferte Menge belaufe sich nach bisherigem Kenntnisstand auf 240 Kilogramm. Das Ministerium hat nach eigenen Angaben die Ämter für Verbraucherschutz und Veterinärwesen angewiesen, weitere Vertriebswege zu ermitteln sowie gegebenenfalls Proben zu entnehmen.

          Nach der Warnung an die Verbraucher wurden bei den hessischen Behörden inzwischen erste Verdachtsproben abgegeben. Im Skandal um das bei einem Passauer Wild-Händler gefundene Gammelfleisch ermittelt eine Sonderkommission die näheren Umstände. Die zwei für die Firma Berger Wild zuständigen amtlichen Tierärzte sind vom Dienst suspendiert worden. Das bayerische Verbraucherministerium hatte am Dienstag eine Rückrufaktion der sich im Handel befindlichen Ware in die Wege geleitet. Bisher wurden sechs Frischfleischproben aus dem Betrieb und zwölf Tiefkühlproben aus dem Handel als „nicht für den menschlichen Verzehr geeignet“ eingestuft.

          Hälfte des Wildfleischs aus dem Ausland

          Der hessische Jagdverband hat die Verbraucher schon am Mittwoch aufgerufen, Wildfleisch direkt von hessischen Jägern, Förstern, Wildhändlern und Fleischern zu kaufen. Anonyme, importierte Ware sei oft mit Risiken behaftet, wie die jüngste Rückrufaktion eines bayerischen Wildgroßvermarkters zeige, sagte Verbandssprecher Klaus Röther am Mittwoch in Bad Nauheim.

          Knapp die Hälfte der rund 40.000 Tonnen Wildfleisch, die im Jahr in Deutschland gegessen werden, kommt nach Angaben des Verbandes aus dem Ausland. Etwa 10.000 Tonnen stammten von Hirschen, die in neuseeländischen Großgattern gemästet würden, schilderte Röther. Kunden, die Fleisch von frei lebenden Tieren erwarteten, würden mit einer Mogelpackung getäuscht. In Hessen erlegen die rund 22 000 Jäger und Förster jährlich etwa 64 000 Rehe, 60.000 Wildschweine und 5.500 Hirsche, die knapp 3.300 Tonnen Wildfleisch liefern.

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