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Fahrradfreundliches Hessen : Radschnellweg durch die Wetterau

Und weiter geht’s: Der Nidda-Radweg soll die Lücke zwischen dem Wetterauer Radweg und Frankfurt schließen. Bild: Wolfgang Eilmes

Weil immer mehr Menschen das Rad nutzen – auch auf längeren Strecken zur Arbeit –, wollen Kreis und Kommunen die Wege bis nach Frankfurt ausbessern. Doch noch sind grundlegende Fragen nicht geklärt.

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          Einen Schnellweg für Radfahrer durch die Wetterau will der Kreis in Zusammenarbeit mit den Kommunen schaffen. Die Verbindung ist vor allem für Pendler konzipiert, sie soll auf möglichst kurzer Route und mit wetterfester Fahrbahn den Kreis von Nord nach Süd bis vor die Tore Frankfurts durchqueren. Das Land unterstützt dieses Projekt und hat 63.000 Euro als Zuschuss für Planungen bewilligt, deren Gesamtkosten mit rund 98.000 Euro beziffert werden. Die Zuwendung geschieht nach neuen Förderrichtlinien, wonach außer Investitionen in den Ausbau von Rad- und Fußwegen auch Ausgaben für die Planung solcher Vorhaben bezuschusst werden können.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          In den vergangenen Jahren ist das Radwegenetz in der Wetterau durch viele neue und erweiterte Routen deutlich größer geworden. Etwa 1000 Kilometer umfassen die Strecken mittlerweile. Der Ausbau zielte vor allem darauf, den Tourismus zu stärken und die landschaftlichen sowie kulturellen Sehenswürdigkeiten für die zunehmende Zahl von Radwanderern besser zu erschließen. Erhebungen belegen aber, dass es immer mehr Berufspendler gibt, die auch längere Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen. Das ist der Fall insbesondere von Bad Vilbel und Karben nach Frankfurt und sogar von Friedberg und weiter nördlich in den Kern des Rhein-Main-Gebiets.

          Auch die Kreisstadt Friedberg mit vielen Schulen und Behörden ist in wachsendem Maß Ziel von Fahrradpendlern über benachbarte Ortschaften hinaus. Weiteres Potential hat man bei der Dienststelle für Kreisentwicklung wegen der zunehmenden Zahl von Elektrofahrrädern erkannt, was noch mehr Pendler veranlassen könnte, nicht ins Auto zu steigen. Um dem Trend, das Fahrrad im Alltag einzusetzen, Rechnung zu tragen, bedürfe es mehr direkter Verbindungen, heißt es beim Landkreis.

          Neue Radwege wären zu teuer

          Weil der Bau komplett neuer Radwege zu viel Geld verschlingen würde, soll es vorrangig darum gehen, auf den bestehenden Nord-Süd-Verbindungen Abkürzungen zu schaffen und auszuweisen. Diese Routen sollen so beschaffen sein, dass sie das gesamte Jahr über zu nutzen sind. Was heißt, die Wege, welche künftig die Hauptorte der Wetterau besser miteinander verknüpfen sollen, sollten am besten asphaltiert sein, wie Radwegeplaner anregen.

          Verständigt hat sich der Kreis mit den Kommunen schon auf die Streckenführung. So könnte die Route im Norden am Marktplatz von Butzbach beginnen und entlang des Radweges an der Bundesstraße 3 zu den Römerhöfen bei Ober-Mörlen führen. Von dort geht es weiter in den Bad Nauheimer Ortsteil Nieder-Mörlen, wobei auf diesem Abschnitt ein längeres Stück Schotterweg mit stabilem Belag auszustatten wäre. Parallel und in der Nähe zur alten Bundesstraße 3 führt die Route durch Bad Nauheim nach Friedberg, wo der Radweg unterhalb der Altstadt zum Industriegebiet am südlichen Stadtrand verläuft. Dort besteht Anschluss nach Wöllstadt, wobei ein Stück parallel zur Verbindungsstraße zwischen Ober- und Nieder-Wöllstadt verlaufen könnte. Dort bekommt die Route Anschluss an den Nidda-Radweg.

          Nidda-Radweg braucht nur kleine Schönheitskorrekturen

          Der Nidda-Radweg war in den zurückliegenden Jahren als Teil der Regionalparkroute schon ausgebaut worden. Auf ihm geht es an Karben vorbei weiter über Dortelweil nach Bad Vilbel. Von der Bad Vilbeler Innenstadt führen verschiedene Routen nach Frankfurt, weiter an der Nidda zu den westlichen Stadtteilen oder etwa über den Heilsberg in den Norden Frankfurts. All diese Wege befinden sich zumeist in ordentlichem Zustand, Handlungsbedarf besteht allerdings noch an einigen Abschnitten zwischen Karben und Dortelweil.

          Einen Zeitrahmen für die Realisierung des Projekts „kurze Wetterau“ gibt es noch nicht. Es gilt vor allem, durch Beschlüsse in den Kommunen die Finanzierung des Ausbaus zu gewährleisten.

          Zunächst bedarf es der Abstimmung von Kreis und Kommunen, wenn es beispielsweise darum geht, Kreuzungen und Einmündungen für ein schnelleres Vorankommen umzubauen und die Ausschilderung an den Wegen neu zu gestalten. Außerdem ist angestrebt, dass die Wege überall eine Breite von zweieinhalb bis drei Metern haben; dort, wo Strecken von landwirtschaftlichen Fahrzeugen mitbenutzt werden, sollte die Breite mindestens vier Meter betragen. Bei der Fortschreibung des Radverkehrsplans des Kreises wird es nach den Worten von Landrat Jan Weckler (CDU) zudem darum gehen, die kleinräumigen Verbindungen zu verbessern, auch das sei Wunsch vieler Menschen. Was vor allem bedeutet, Wege zwischen den Ortsteilen von Großgemeinden auszubauen und bessere Anschlüsse zu Bahnhöfen, Schulen und Gewerbegebieten herzustellen.

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