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Berufungsprozess : Vater von Hanau-Attentäter weist Vorwürfe zurück

  • Aktualisiert am

Abermals vor Gericht: Der Vater des Attentäters von Hanau (Aufnahme vom 6. Oktober 2021) Bild: Lucas Bäuml

Der Vater des Attentäters von Hanau steht abermals vor Gericht. Wieder weist er alle Vorwürfe von sich und teilt gegen Gericht und Behörden aus.

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          Mit Verzögerungen und ausführlichen Einlassungen des Angeklagten ist am Montag der Berufungsprozess gegen den Vater des Hanauer Attentäters vor dem Landgericht Hanau angelaufen. Der 75 Jahre alte Mann war vor knapp einem Jahr wegen Beleidigung in drei Fällen zu einer Geldstrafe von 5400 Euro verurteilt worden. Dagegen hatten sowohl er als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. In dem Prozess vor dem Landgericht wies der Mann die Anschuldigungen zurück. „Es gibt in keinem dieser drei Fälle eine Beleidigung“, sagte er. Zugleich warf er Staatsanwalt Martin Links eine „mutmaßliche Volksverhetzung“ vor. Man wolle ihn „mundtot“ machen und finanziell ruinieren, so der Angeklagte.

          Der Mann ist der Vater des 43 Jahre alten Deutschen, der am 19. Februar 2020 in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen hatte, bevor er seine Mutter und sich selbst tötete. Sein Vater soll unter anderem in einer Strafanzeige Menschen, die an einer Demonstration in der Nähe seines Wohnhauses teilgenommen hatten, als „wilde Fremde“ bezeichnet haben. Zudem hatte ihm die Staatsanwaltschaft vorgeworfen, ein Spezialeinsatzkommando aus Frankfurt, das in der Tatnacht in seinem Haus eingesetzt war, als „Terrorkommando“ beziehungsweise „Terroreinheit“ bezeichnet zu haben. Außerdem soll er den Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) unter anderem der „Wählertäuschung“ bezichtigt haben.

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