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Urteil des Verwaltungsgerichts : Vogelhalter muss alle Tiere töten

Nach Auftreten der Krankheit: Der Vogelsbergkreis hatte die unverzügliche Tötung aller Vögel mit Ausnahme der Tauben angeordnet (Symbolbild). Bild: dpa

Nach dem Ausbruch von Geflügelpest auf einem Anwesen in Freiensteinau ist der Besitzer mit seiner Klage gescheitert. Er hält auf seinem Grundstück insgesamt mehr als hundert Tiere, die nun – bis auf die Tauben – alle getötet werden müssen.

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          In der juristischen Auseinandersetzung um die Tötung von Vögeln nach Ausbruch von Geflügelpest auf einem Anwesen in Freiensteinau hat der Verwaltungsgerichtshof eine Anordnung des Vogelsbergkreises und damit ein Urteil des Verwaltungsgerichts Gießen aus erster Instanz bestätigt.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Der Kläger hält auf seinem Grundstück insgesamt mehr als hundert Tiere, darunter Eulen, Nandus, Kraniche, Kolkraben, Gänse und Hühner in Volieren und Ställen. Hinzu kamen 17 Pfauen, die inzwischen alle an einer als Vogelgrippe bezeichneten Variante des Geflügelpestvirus verendet waren.

          Nach dem Auftreten der Krankheit hatte der Vogelsbergkreis die unverzügliche Tötung aller Vögel mit Ausnahme der Tauben angeordnet. Dagegen wehrte sich der Halter. Die Richter sahen jedoch Gefährdungsfaktoren auf dem Anwesen des Klägers, wie die gemeinsame Haltung von Geflügel. Die Vögel seien hinsichtlich der weiteren Ausbreitung der Vogelgrippe nicht ausreichend räumlich getrennt. Das Virus könne schon durch Luftzug und auch von Pflegepersonal, das zwischen den Volieren und Ställen hin und her laufe, übertragen werden.

          Verdacht auf Vogelgrippe in Vogelpark

          In einem Vogelpark in Rheinland-Pfalz gibt es einen Vogelgrippe-Verdachtsfall. Das Virus mit der Bezeichnung H5N8 sei bei einer verendeten Hawaiigans in Bobenheim-Roxheim (Rhein-Pfalz-Kreis) nahe der Grenze zu Hessen nachgewiesen worden, erklärte das Landesuntersuchungsamt in Koblenz am Freitag. Die Bestätigung des Ergebnisses durch das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit stehe noch aus. Das Veterinäramt des Kreises habe den Betrieb umgehend gesperrt und lasse weitere Tiere auf den Erreger untersuchen.

          Alle Vögel des Vogelparks werden laut dem Amt nun in Ställen untergebracht. Der Vogelpark sei als zoologische Einrichtung anerkannt und verfüge bereits seit längerem über ein Sicherheits- und Hygienekonzept. Zudem liege eine Ausnahmegenehmigung vor, durch die von einer Tötung der Vögel zunächst abgesehen werden könne. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es der erste Fall in einer Geflügelhaltung in Rheinland-Pfalz seit längerer Zeit.

          „Seit Oktober 2020 breitet sich eine hochansteckende Variante des Vogelgrippevirus H5N8 massiv in der Wildvogelpopulation in Deutschland aus, immer wieder sind auch Geflügelbestände oder Tierparks betroffen“, sagte eine Sprecherin. Ob es sich bei dem Virus im Rhein-Pfalz-Kreis um den gleichen hochansteckenden Erreger handele, werde die Untersuchung zeigen. Das Landesuntersuchungsamt rate allen Geflügelhaltern, ihre Sicherheitsmaßnahmen abermals zu überprüfen und Kontakt zu Wildvögeln unbedingt zu verhindern.

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