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Unwetter : Häuser und Straßen überflutet

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Unwetterfolgen: Eine Hagelkörner-Decke bildete sich vor einer Tankstelle in Mörfelden... Bild: ddp

Heftige Gewitter haben in der Nacht zum Montag im Main-Taunus-Kreis und Hochtaunuskreis für Überflutungen gesorgt. Laut Polizei war vor allem der Main-Taunus-Kreis betroffen. Dort wurden die Altstädte von Bad Soden und Sulzbach überflutet.

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          Regen und Gewitter am Wochenende haben in der Region schwere Schäden angerichtet. Besonders heftig wurden Bad Soden und Sulzbach vom Unwetter getroffen. Viele Bewohner des Sodener Villenviertels mussten ihre Häuser verlassen, weil diese überschwemmt oder durch Blitzeinschläge beschädigt worden waren.

          Der kleine Bach Sulzbach verwandelte sich in der Nacht zu Montag in einen reißenden Strom, den auch die beiden Rückhaltebecken am Rande Bad Sodens nicht aufhalten konnten. Die Feuerwehr musste die Cretzschmar-Grundschule in Sulzbach die ganze Nacht auspumpen, damit es gestern Morgen möglich war zu unterrichten.

          Unwetter „bisher nie erlebten Ausmaßes“

          Nick-Oliver Kromer, stellvertretender Stadtbrandinspektor in Bad Soden, sprach von einem Unwetter „bisher nie erlebten Ausmaßes“. 140 Mal seien Feuerwehrkräfte aus dem gesamten Main-Taunus-Kreis nach Bad Soden ausgerückt. In nur eineinhalb Stunden seien je Quadratmeter 50 Liter Regen gefallen - mehr als doppelt so viel als bei einem „durchschnittlichen Unwetter“. Nur der Damm an der Königsteiner Straße habe die Überschwemmung der Altstadt verhindert.

          ...wobei die Hagelkörner teilweise fast so groß wie Wachteleier waren

          Mit 600 Sandsäcken versuchten Feuerwehrleute und Verwaltungsmitarbeiter am Montagnachmittag, das abschüssige Gelände zwischen Neuenhain und der Innenstadt vor abermaligen Überschwemmungen zu sichern. Auch der Sulzbacher Gemeindebrandinspektor Frank Walz hatte vorsorglich 1300 Sandsäcke geordert, die an Gefahrenpunkten verteilt werden sollen, sobald ein neues Unwetter droht. Besonders vom Hochwasser betroffen ist laut Walz die Zeile entlang des Neuenhainer Wegs. In der Nacht zum Montag stand dort das Wasser bis zu 1,80 Meter hoch.

          Kritik aus der Bevölkerung an angeblich laxen städtischen Kontrollen und unterlassener Reinigung von Kanälen und Gullys wies Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) zurück. Die Reinigung finde jährlich zweimal statt, auch jetzt nach diesem starken Gewitter werde dafür gesorgt, dass das Wasser schnell abfließen könne. Aber man müsse sich in den zuständigen Abwässerverbänden generell darüber Gedanken machen, wie die in den Tälern gelegenen Altstädte besser vor drohendem Hochwasser zu schützen seien.

          Blitzeinschlag in den Schornstein eines Wohnhauses

          In Zukunft sei aufgrund des Klimawandels noch öfter mit solchen außergewöhnlichen Unwettern zu rechnen. Altenkamps Sulzbacher Amtskollege Horst Schmittdiel (CDU) teilte diese Einschätzung: Die Gemeinde bereite sich schon wieder auf den „schlimmsten aller möglichen Fälle“ vor.

          In Frankfurt kam es in der Nacht zu Montag vor allem zu Verkehrsbehinderungen. Teile der Anschlussstelle zur Autobahn 66 bei Unterliederbach wurden überschwemmt, nachdem ein Blitz in eine fest installierte Pumpanlage eingeschlagen hatte. Das Wasser sammelte sich etwa einen Meter hoch in einer Unterführung, die Autos konnten nicht mehr weiterfahren. Die Autobahnzufahrt blieb nach Polizeiangaben bis etwa drei Uhr morgens gesperrt. Etwa hundert Mal mussten die Einsatzkräfte wegen überfluteter Keller ausrücken. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Armin Taubert waren es aber nur kleinere Einsätze, „die bei starkem Regen immer mal wieder vorkommen“ und „nichts Außergewöhnliches sind“.

          Gefährlich wurde es lediglich in Oberrad. Dort schlug am Montagmorgen gegen 7.30 Uhr ein Blitz in den Schornstein eines dreistöckigen Wohnhauses ein. Zwei Autos wurden durch herabfallende Steine beschädigt, wie die Feuerwehr mitteilte. Es entstand ein Schaden von rund 40.000 Euro. Personen wurden aber nicht verletzt.

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