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Untreue-Verdacht gegen Jahns : Privathochschule EBS beruft Geschäftsführer ab

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Erst vor wenigen Tagen ist Christopher Jahns als Präsident der Privathochschule EBS im Rheingau (Foto) zurückgetreten - nun ist er auch seinen Geschäftsführer-Posten los Bild: dpa

Erst zu Wochenbeginn ist der unter Untreue-Verdacht stehende Christopher als Präsident der EBS zurückgetreten. Nun ist er auch den Posten des Geschäftsführers los: Die Privathochschule stellt ihm den Stuhl vor die Tür.

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          Die European Business School (EBS) hat sich von ihrem unter Untreueverdacht stehenden, bisherigen Präsidenten Christopher Jahns getrennt. Er werde mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer abberufen und sein Dienstverhältnis insgesamt mit der EBS werde aufgelöst, teilte die private Elite-Hochschule in Wiesbaden mit.

          „Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, um - vor dem Hintergrund der Ereignisse der letzten Tage und der sich als langwierig abzeichnenden Zeitschiene der juristischen Klärung - Schaden durch negative Auswirkungen auf die Reputation und wirtschaftlichen Schaden von der EBS abzuwenden“, erklärte der Vorsitzende des EBS-Aufsichtsrats, Hellmut Albrecht, laut Mitteilung.

          Zwischenzeitlich festgenommen

          Gemäß der Grundordnung der Hochschule werde nun kurzfristig eine Findungskommission ihre Arbeit aufnehmen, um dem Senat einen Kandidaten für das Amt als Präsident vorzuschlagen. Sein Amt als Präsident hatte Jahns selbst am Dienstag niedergelegt. Am Montag war er in Frankfurt festgenommen worden. Seine weiteren Posten an der EBS hatte er ruhen lassen.

          Ein Bild aus besseren Zeiten: Christopher Jahns (Mitte) mit Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller (links) und dem damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch im Juni 2010

          Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jahns wegen des dringenden Tatverdachts der Untreue. Der 41 Jahre alte Jahns soll rund 180.000 Euro aus der Hochschulkasse in eigene Firmen geleitet haben. Er ist nur gegen Auflagen auf freiem Fuß.

          Wirtschaftsprüfer beauftragt

          Die Landtagsopposition hatte diese Woche Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) aufgefordert, die Landesmittel für die Hochschule auf den Prüfstand zu stellen. Die Hochschule soll die Verwendung der Mittel bis Ende April dokumentieren. Das Ministerium will die Unterlagen von einem externen Wirtschaftsprüfer kontrollieren lassen. Insgesamt will das Land die EBS auf ihrem Weg zur Universität mit 24,7 Millionen Euro fördern.

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