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Untreue-Verdacht : EBS-Präsident Jahns festgenommen

Ein Bild aus besseren Zeiten: Christopher Jahns (Mitte) mit Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller (links) und dem damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch im Juni 2010 Bild: Frank Röth

Unter dem dringenden Verdacht der Untreue ist der Präsident der privaten European Business School festgenommen worden. Christopher Jahns hatte zuvor noch den Vorwurf, er schleuse öffentliches Geld in seine privaten Firmen, „absolut unhaltbar“ genannt.

          Unter dem dringenden Verdacht der Untreue ist der Präsident der privaten European Business School (EBS), Christopher Jahns, festgenommen worden. Das bestätigte der Wiesbadener Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse. Polizeibeamte durchsuchten die Frankfurter Wohnung des Einundvierzigjährigen und die Räume der EBS an ihrem Verwaltungssitz in Wiesbaden, im Stadtteil Schierstein sowie in Oestrich-Winkel.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Jahns wird seit Monaten vorgeworfen, seine Aufgaben als Hochschullehrer nicht klar genug von privaten Geschäftsinteressen getrennt zu haben. In einem Interview der Rhein-Main-Zeitung hatte er bestätigt, dass er mit einem Anteil von weniger als 25,2 Prozent an der Beratungsgruppe Brain Net beteiligt sei. Der Unternehmensverbund zählt zu den Geschäftspartnern der EBS.

          180.000 Euro zu Lasten der Hochschule?

          Den Vorwurf, er schleuse öffentliches Geld in seine privaten Firmen, hatte Jahns „absolut unhaltbar“ genannt. Es fließe viel mehr Geld von Brain Net in die EBS als umgekehrt. Jahns hatte aber auch zugegeben, dass er als Geschäftsmann gelegentlich Verträge mit dem Zusatz „CEO European Business School“ unterschrieben habe.

          Die Staatsanwaltschaft nahm Anfang Februar die Ermittlungen auf. Jetzt wirft sie Jahns vor, dass rund 180.000 Euro zu Lasten der Hochschule in seine Unternehmen geflossen seien. Es hänge von dem Ergebnis der Durchsuchungen ab, ob sich die Summe noch erhöhe, sagte Ferse. Eine Straftat, wie sie Jahns jetzt vorgeworfen werde, könne eine Gefängnisstrafe von mehreren Jahren nach sich ziehen. Der Professor wurde gestern Nachmittag in Frankfurt dem Haftrichter vorgeführt. Dieser setzte die Haft nach Ferses Angaben gegen Auflagen außer Vollzug.

          EBS-Senat berät über Jahns

          Wie berichtet, lässt Jahns das Präsidentenamt seit Mitte März ruhen. Der Senat der EBS will sich am Dienstag Abend mit einem Antrag auf Jahns’ endgültige Abwahl beschäftigen. Er stammt aus den Reihen der Professoren, die ihn vor drei Wochen in einem Brief zum Rücktritt aufgefordert hatten.

          Eine Sprecherin der Hochschule bestätigte gestern auf Anfrage die Durchsuchungen in den EBS-Gebäuden. Eine Stellungnahme der Geschäftsführung oder des Aufsichtsrats war nicht zu erhalten. Während es Sache des Senats wäre, Jahns als Präsidenten abzuwählen, müsste der Aufsichtsrat ihn als „Chief Executive Officer“ der EBS abberufen, sofern er nicht mehr das Vertrauen des Gremiums genösse. Bisher hatte der Aufsichtsrat Jahns offiziell gegen die Vorwürfe in Schutz genommen.

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