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Untreue-Verdacht : Ankläger: EBS-Präsident schüchterte Zeugen ein

  • Aktualisiert am

Ihr Präsident Jahns soll rund 180.000 Euro zulasten der Hochschule in eigene Firmen geleitet haben: Hochschule EBS in Wiesbaden Bild: dpa

Unklar ist, ob Christopher Jahns im Zuge seiner Festnahme als Chef der privaten Hochschule EBS zurückgetreten ist. Klar ist für die Staatsanwaltschaft derweil: Der unter Untreue-Verdacht stehende Professor hat Zeugen eingeschüchtert.

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          Der bisherige Präsident der privaten European Business School (EBS) in Wiesbaden, Christopher Jahns, soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft vor seiner Verhaftung „massiv“ Zeugen eingeschüchtert haben. „Es bestand auch der Verdacht, dass er Beweismittel vernichten wollte“, sagte der Wiesbadener Oberstaatsanwalt Ferse auf dpa-Anfrage. Daher sei Verdunklungsgefahr der Grund für Jahns Verhaftung am Montag in Frankfurt gewesen. Gegen den 41 Jahre alten Professor besteht der dringende Tatverdacht der Untreue. Er soll rund 180.000 Euro zulasten der Hochschule in eigene Firmen geleitet haben.

          Nach den Durchsuchungen von neun Objekten am Montag dürften sich die Ermittlungen noch Wochen hinziehen, ehe Anklage erhoben werde, sagte Ferse. Jahns - nach seiner Festnahme am Montag gegen Auflagen wieder auf freiem Fuß - müsse mit einer Haftstrafe bis zu 15 Jahren rechnen.

          Rücktritt von Präsidentenamt

          Im März war bekanntgeworden, dass Jahns wegen der Ermittlungen seine Ämter ruhen lässt. Nach seiner Verhaftung wegen des Verdachts der Untreue hat Christopher Jahns sein Präsidentenamt an der privaten European Business School (EBS) in Wiesbaden niederlegt. Das teilte sein Anwalt in Wiesbaden mit. Seine weiteren Ämter an der Elitehochschule lasse er ruhen. Außerdem lege Jahns für die Dauer der Ermittlungen seine Funktion als Verwaltungsrat bei Brain-Net nieder. Die Beratungsgruppe zählt zu den Geschäftspartnern der EBS.

          Ein Bild aus besseren Zeiten: Christopher Jahns (Mitte) mit Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller (links) und dem damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch im Juni 2010

          Oberstaatsanwalt Ferse sagte, die EBS habe sich bei den Durchsuchungen, die auch in den Gebäuden „Rheingau-Palais“ und „Atrium“ stattfanden, „sehr kooperativ“ verhalten. Beschlagnahmt worden seien Unterlagen und Computer. Jahns nannte den Vorwurf, er schleuse öffentliches Geld in seine privaten Firmen, laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zuletzt „absolut unhaltbar“.

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