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Rheingau straft CDU und SPD ab : Unterhalb der Germania siegen die Wählervereinigungen

  • -Aktualisiert am

Die Germania blickt auf SPD und CDU herab: Im Rheingau haben die Parteien Vertrauen verspielt. Bild: dpa

Der Trend im Rheingau geht zum Abschied von den etablierten Parteien hin zu Wählervereinigungen: In Lorch wie auch Rüdesheim siegen Wählervereinigungen.

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          Nach einer Kommunalwahl gehört die Aufmerksamkeit jenen Kommunen, in denen die Gewinne oder Verluste einzelner Parteien ungewöhnlich groß ausfallen. Insofern darf sich Lorch wieder auf Schlagzeilen freuen, nachdem die kleine Stadt am Rhein schon wegen der Diskussion über eine exorbitante Erhöhung der Grundsteuer landesweit für Beachtung sorgte. Das Wahlergebnis ist eine direkte Folge davon, denn für CDU und SPD zahlte sich die Blockade der von Bürgermeister Ivo Reßler (parteilos) vorgeschlagenen Steuererhöhungen nicht aus. Die CDU stürzte vielmehr um 14,5 Prozentpunkte ab, die SPD gar um 18,5 Punkte, und auch die Freien Wähler (minus 12,7 Punkte) blieben nicht ungeschoren. Nun liegt es an der neuen Liste Lorch (LiLo), die auf Anhieb 45,8 Prozent der Stimmen erzielte und neun der 19 Stadtverordneten stellt, den proklamierten Neuanfang einzuleiten.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Im benachbarten Rüdesheim wurde die bisweilen selbstgefällige CDU sogar noch härter abgestraft. Minus 17,7 Punkte bedeuten eine kräftige Ohrfeige für die Politik der CDU, die zuletzt in einen bizarren Streit um die Organisation des Weihnachtsmarktes gemündet hatte. Stärkste Kraft ist jetzt mit 37,3 Prozent die Wählervereinigung „Gemeinsam für Rüdesheim“ (GfR), die keinesfalls mehr eine Kooperation mit der CDU will. Die GfR gehört zu den Befürwortern der Erhebung eines Tourismusbeitrags. Rüdesheim muss sich auf wechselnde Mehrheiten einstellen.

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