https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/unis-nach-den-corona-semestern-nicht-mehr-nur-den-stoff-vorkauen-18198330.html

Uni nach den Corona-Semestern : Nicht mehr nur den Stoff vorkauen

Konzentration: Eine Studentin vor einer Klausur in einem Hörsaal im Biozentrum der Goethe-Universität Bild: Finn Winkler

Das Studium ist zu verschult, mahnt der Wissenschaftsrat. In der Pandemie wurden flexiblere Veranstaltungs- und Klausurformate erprobt. Doch ob sie die Lehre der Zukunft sind, bleibt umstritten.

          4 Min.

          Viel zu viele Vorlesungen, in denen Dozenten bloß referieren; Klausuren, die lediglich Wissen abfragen, aber Studenten nicht auf das Forschen oder eine Karriere außerhalb der Universität vorbereiten: In seinen „Empfehlungen für eine zukunftsfähige Ausgestaltung von Studium und Lehre“ zeichnete der Wissenschaftsrat jüngst ein verheerendes Bild der Lehre an den Hochschulen. „Es braucht einen deutlichen Qualitätssprung, damit Studium und Lehre auf die Herausforderungen von morgen vorbereiten können“, sagte Dorothea Wagner, Vorsitzende des Gremiums, das Bund und Länder in der Wissenschaftspolitik berät.

          Anna Schiller
          Volontärin.

          Ein erfolgreiches Studium sei mehr als die Summe der absolvierten Lehrveranstaltungen und Prüfungen, schreibt der Wissenschaftsrat in dem Papier. Er empfiehlt, die Zahl der Pflichtveranstaltungen und Klausuren zu reduzieren – und stattdessen „Freiräume für Reflexion“ zu schaffen. Tests und Veranstaltungen, in denen Wissen „erworben und reproduziert“ werde, seien „nicht überflüssig“. Wichtiger würden jedoch Formate, in denen die „intellektuelle Eigenständigkeit“ und die „methodische Handlungsfähigkeit“ angeregt würden. Der Wissenschaftsrat wünscht sich eine „Prioritätenverschiebung“: Selbstorganisation, Ambiguitätstoleranz und Innovationsfähigkeit der Studenten sollen höher gewichtet werden als bislang.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Reger Handel: Containerhafen St. Petersburg

          Folgen des Ukrainekriegs : Warum Russland nicht zusammenbricht

          Niemand weiß, wie hart die Wirtschaftssanktionen Russland treffen. Doch versucht das Land auf vielen Wegen, Blockaden zu unterlaufen. Die Türkei hilft dabei.
          Patricia Schlesinger bei einem Fototermin im Dezember 2020

          Abfindung für Schlesinger? : Schampus für alle und Boni satt

          Zur Amtsführung der zurückgetretenen RBB-Intendantin Patricia Schlesinger dringen weitere, pikante Details ans Licht. Die Frage ist, ob sie auch noch eine Abfindung erhält. Die ersten Köpfe rollen.