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Mainz : Neubau als Beitrag zur Konsolidierung

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Für 97 Millionen Euro ist an der Uni-Klinik Mainz ein Neubau für die konservative Medizin entstanden. Dieser soll durch Synergieeffekte auch zur wirtschaftlichen Gesundung der Klinik beitragen.

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          Die Zeiten, als Patienten der sogenannten konservativen Medizin innerhalb des Mainzer Universitätsklinikums für Untersuchungen lange Wege zurücklegen mussten, gehören der Vergangenheit an. Möglich macht dies ein gestern eröffneter Neubau, in dem viele der früher auf einzelne Standorte verteilten Einrichtungen der konservativen Medizin untergebracht sind. Für knapp 97 Millionen Euro entstand innerhalb von vier Jahren ein Gebäudekomplex mit drei einzelnen Baukörpern, die durch eine verglaste Magistrale miteinander verbunden sind.

          Unter dem Dach des Neubaus mit einer Nutzfläche von 20.000 Quadratmetern fanden nicht nur die I., II. und III. Klinik sowie die Notaufnahme der Inneren Medizin Platz, sondern auch die internistischen Intensivstationen, Schlaganfallzentrum, Zentrallabor und Teile der Radiologie. Während sich die Untersuchungs- und Behandlungsräume in den unteren Geschossen befinden, sind die oberen Etagen den Bettenstationen vorbehalten; insgesamt sind in dem neuen Gebäude 17 Stationen mit 300 Betten untergebracht.

          „Als Patient würde ich gerne hier liegen“

          Lobende Worte für das Gebäude mit seiner modernen Ausstattung und seinen großzügigen, hellen Patientenzimmern fand der ärztliche Direktor des Klinikums, Peter Galle: „Als Patient würde ich gerne hier liegen.“ Spitzenmedizin verdiene auch ein besonderes Haus, rechtfertigte er die hohen Investitionen, die von Bund und Land getragen wurden. In diesem Zusammenhang verwies Galle auf das gute Abschneiden des Fachbereichs Medizin bei der Drittmittelakquirierung.

          Die höhere Leistungsfähigkeit und die Synergieeffekte, die mit dem Neubau erzielt werden könnten, trügen auch zur wirtschaftlichen Gesundung des Klinikums bei, so der Direktor. Die öffentliche Hand dürfe sich nicht völlig zugunsten von Privatinvestoren aus der dualen Finanzierung zurückziehen, sagte er zu den Politikern. Nur so könnten Forschung und Lehre sichergestellt werden. Wie berichtet, gab es aufgrund des Klinik-Defizits Überlegungen, die Einrichtung zu privatisieren.

          „Tag der Freude“

          Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) bezeichnete den Neubau als Ort, der die Gesundung fördere. Dass die Hälfte der Investitionen aus Landesmitteln stamme, sei nichts Alltägliches und beruhe auf der „nachgewiesenen Leistungsfähigkeit“ der Klinik. Die Einrichtung müsse auch künftig weiterentwickelt werden, um ihre Spitzenposition zu halten und auszubauen. Falls es zu einer GmbH-Gründung kommt, geht Beck davon aus, dass „zunächst das Land in vollem Umfang Gesellschafter ist“.

          Der scheidende Universitätspräsident Jörg Michaelis sieht in dem Neubau nicht nur einen Beitrag zu mehr Qualität in Patientenversorgung, Forschung und Lehre, sondern auch zur Wirtschaftlichkeit. Selbst wenn die Klinik eine andere Rechtsform erhalten sollte, müsse der Dreiklang aus Forschung, Lehre und Patientenversorgung gewahrt bleiben.

          Als „Tag der Freude“ bezeichnete Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD) die Eröffnung des Neubaus. Dennoch liege eine schwierige Aufgabe vor allen Beteiligten. Das Klinikum benötige eine ökonomische Basis, von der aus es seine Aufgaben erfüllen könne.

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