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Gefahr von Resistenzen : Wie Bakterien Antibiotika aufspüren können

Gefürchtet: Multiresistente Staphylokokken können tödliche Infektionen verursachen. Aber auch andere Bakterien wissen sich gegen Antibiotika zu wehren. Bild: dpa

Bakterien, die unempfindlich gegen Antibiotika sind, gehören zu den größten Risiken für die Gesundheit. Wie solche Resistenzen entstehen, untersuchen Forscher der Universität Gießen.

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          Mikrobiologen der Justus-Liebig-Universität haben einen neuen Mechanismus entdeckt, der Bakterien resistent gegen Antibiotika macht. Die Forscher untersuchten, wie sich Knöllchenbakterien der Gattung Sinorhizobium gegen Abwehrsubstanzen von Pflanzen und anderen Mikroorganismen schützen. Knöllchenbakterien leben an Wurzeln und machen den Pflanzen Stickstoff aus der Luft zugänglich, müssen dafür aber die Verteidigungslinien ihrer Symbiosepartner überwinden.

          Sascha Zoske
          (zos.), Rhein-Main-Zeitung

          Wie die Wissenschaftler herausgefunden haben, bindet Sinorhizobium Antibiotika und bioaktive Pflanzenstoffe mithilfe von RNA und einem Peptid in Komplexen. Diese sorgen dafür, dass in der Bakterienzelle bestimmte Boten-RNAs abgebaut werden.

          Reservoir für Resistenzmechanismen

          Das wiederum erhöht die Aktivität von Genen, die für die Herstellung spezieller molekularer Pumpen nötig sind. Diese Pumpen können Antibiotika aus dem Bakterium hinausbefördern. Mithilfe der RNA könnten die Mikroben für sie gefährliche Substanzen also gewissermaßen spüren, so die Gießener Biologen.

          Nach ihrer Ansicht zeigen die Ergebnisse, dass Bodenbakterien ein Reservoir für Resistenzmechanismen sind. Außerdem werde dadurch belegt, dass Antibiotika mit unerwarteten molekularen Partnern in Bakterienzellen interagieren könnten. Das eröffne neue Perspektiven für die Erforschung, die Nutzung und den Nachweis antimikrobieller Stoffe.

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