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Wegen Mängeln in Russland : Umweltministerin will Datenbank für Tiertransporte

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Mangel: Auf Transportrouten durch Russland gibt es laut Tierschutzbeauftragter Martin zu wenige Versorgungsstationen für Rinder Bild: dpa

Hessens Tierschutzbeauftragte hat sich eine Route für den Transport von Rindern durch Russland angesehen. Die Resultate nennt Umweltministerin Hinz „erschreckend“. Und fordert Konsequenzen.

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          Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) fordert den Bund auf, eine Datenbank für Tiertransporte einzurichten. Diese sollte alle relevanten Informationen zur Versorgung der Tiere auf den Transportrouten enthalten, sagte Hinz in Wiesbaden.

          Die Ergebnisse einer Reise der hessischen Landestierschutzbeauftragten entlang einer Transportroute für Rinder durch Russland seien „erschreckend“, sagte die Ministerin. Es gebe hinter der Region Smolensk in Westrussland auf einer rund 3000 Kilometer langen Strecke in Richtung Usbekistan keine einzige Station zur tierschutzgerechten Versorgung.

          Weder Futter noch Wasser

          Für die Strecke benötige man mehrere Tage, sagte die Landestierschutzbeauftragte Madeleine Martin. Die Rinder müssten jedoch laut EU-Tierschutztransportverordnung spätestens nach 29 Stunden für eine längere Ruhepause abgeladen und versorgt werden.

          Hundefreundin, die sich auch für Nutztiere einsetzt: Hessens Tierschutzbeauftragte Madeleine Martin

          Ein Mangel an Futter und Wasser sowie an Möglichkeiten, sich von den erheblichen Anstrengungen zu erholen, führten bei Rindern zu erheblichen Leiden, erläuterte Martin. Eine Genehmigung solcher Transporte durch die zuständigen Veterinärämter sei aus Sicht Martins nicht möglich. Auch die Behörden anderer Bundesländer sollten endlich aufhören, die Transporte nach Usbekistan zu genehmigen. „Sie machen sich mitschuldig an dieser Tierquälerei.“

          Per Erlass verboten

          Hessen habe bereits seit Anfang dieses Jahres Tiertransporte in 17 Nicht-EU-Staaten per Erlass der Umweltministerin verboten. Mit einer soliden Datenbank erhielten die Veterinäre in allen Bundesländern eine geeignete Entscheidungsgrundlage, erklärte Hinz.

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