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Zwischenlager in Hanau : „Umgang mit Atommüll fahrlässig - Verroste Container“

Das Firmengelände der Nuclear Cargo and Services in Hanau Bild: Rainer Wohlfahrt

„Gravierende Sicherheitsmängel“ bei der Nuclear Cargo + Services GmbH (NCS) in Hanau hat das Bündnis gegen Atommülllager ausgemacht. NCS benutze verrostete Container, heißt es. Das Bündnis fordert vom Land Hessen, NCS keine Betriebsgenehmigung mehr zu erteilen.

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          „Gravierende Sicherheitsmängel“ bei der Firma Nuclear Cargo + Services GmbH (NCS) in Hanau-Wolfgang hat das Bündnis gegen Atommülllager Hanau ausgemacht. In einem offenen Brief an den Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) fordern die Kritiker dazu auf, NCS „wegen mangelnder Sach- und Fachkunde“ keine Genehmigung für den Betrieb eines weiteren Atommülllagers in Hanau zu erteilen.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Zudem wird gefordert, dem Unternehmen die Genehmigungen für den Umgang mit atomaren Abfällen generell zu entziehen. Elmar Diez (Grüne), Sprecher des Bündnisses aus Umweltgruppen, Friedensinitiativen und Parteien, bezweifelt, dass die Sicherheit beim Umgang mit radioaktiven Abfällen gewährleistet werden könne. Die Voraussetzungen für die Genehmigung nach dem Atomrecht und der Strahlenschutzverordnung seien daher nicht gegeben.

          „Verrostete Container“

          Das Schreiben bemängelt, dass es keine Kontrollen am Eingang des Industriegeländes in Hanau-Wolfgang mehr gebe. Auch Kontrollen am Einfahrtstor der Firma NCS fänden nicht statt. Für jedermann sei der Zutritt zum Firmengelände möglich. Außerdem werde das Einfahrtstor zum Inneren des Firmengeländes häufig offengelassen. NCS benutze verrostete Container, die keine Sicherheit der gelagerten Abfälle garantierten. Dass es sich um Behälter für radioaktive Abfälle handele, gehe aus dem Strahlenzeichen auf den Containern hervor. Außerdem sei bekanntgeworden, dass im Außenbereich der Firma Fässer mit offensichtlich radioaktivem Inhalt transportiert würden.

          Dabei handele es sich um schwarze Fässer mit „USA-Kennzeichen“ und radioaktivem Erkennungszeichen. Derartige Transporte stellten ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Die Frage stelle sich, woher diese Abfälle kämen und ob Transport und Lagerung unter die der NCS erteilten Genehmigungen fielen. Nach den Kenntnissen der Atommüllgegner dürfe NCS nur mit Abfällen aus bundesdeutschen Atomanlagen umgehen. Beim Transport dieser Fässer auf den Transportladern ist es nach Darstellung des Bündnisses vorgekommen, dass Fässer von diesen heruntergefallen sind. Der „fahrlässige Umgang“ belege, dass das Personal nicht über die nötige Sach- und Fachkunde verfüge.

          Um die Errichtung des Atommülllagers, in dem Abfälle aus deutschen Atomkraftwerken gelagert werden sollen, zu verhindern, versucht Hanau ein Berufungsverfahren vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof durchzusetzen, nachdem das Verwaltungsgericht Frankfurt die von der Stadt erlassene Veränderungssperre für das Gelände für unrechtmäßig erklärt hatte. Das Bündnis befürchtet laut Diez, dass gleichwohl alsbald eine Genehmigung des Umweltministeriums erteilt wird. Grundlage könne die Strahlenschutzverordnung sein, denn eine Genehmigung über das Strahlenschutzrecht könne unabhängig vom Baurecht erfolgen. So zu verfahren, habe das Ministerium in einem Schreiben im Herbst angekündigt.

          „Genötigt“, Bedenken gegen NCS zu erheben

          Da das von der Stadt angestrebte Berufungsverfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof noch anhängig sei, könne das Ministerium die strahlenschutzrechtliche Genehmigung während des Baurechtsverfahrens erteilen. Dieser Umstand sei unter anderem Hintergrund des offenen Briefes, so Diez. Doch selbst wenn die Bürger beim Strahlenschutzrecht kein Einwendungsrecht besäßen, sähen sich die Gegner des Atommülllagers angesichts der Mängel „genötigt“, Bedenken gegen NCS und ihren Antrag zu erheben.

          Die Firma NCS wies die Vorwürfe auf Anfrage zurück. Das Unternehmen sei weltweit tätig und bundesweit führend im Transport von radioaktiven Stoffen. Regelmäßige Kontrollen durch technische Prüforganisationen sowie die Überwachung aller mit der Lagerung verbundenen Abläufe durch das Umweltministerium belegten, dass NCS die erforderliche Zuverlässigkeit und die Sach- und Fachkunde besitze. NCS sei ist im Technopark Hanau angesiedelt. Der Haupteingang des Technologieparks Hanau sei seit dem Rückbau des Siemens Brennelementewerks nicht mehr besetzt. Die Firma NCS selbst sei von einer geschlossenen Zaunanlage umgeben. Die Zugänge zu diesem Gelände seien nur während der Durchfahrt von Fahrzeugen geöffnet und schlössen selbsttätig. Die Handhabung von Verpackungen, zum Beispiel Fässern mit radioaktiven Inhaltsstoffen, erfolge durch Personal mit langjähriger Erfahrung.

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