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Umfrage : Schwarz-gelb nach Wahl in Hessen möglich

  • Aktualisiert am

Noch regiert er mit absoluter Mehrheit: Roland Koch Bild: dpa

Die CDU könnte bei der hessischen Landtagswahl ihre absolute Mehrheit verlieren, lautet das Ergebnis einer Umfrage. Ein schwarz-gelbes Bündnis ist wahrscheinlich. Im Direktvergleich liegt Ministerpräsident Koch vor der SPD-Herausforderin Ypsilanti.

          Vier Monate vor der hessischen Landtagswahl im Januar 2008 zeichnet sich in einer Umfrage eine Mehrheit für eine schwarz-gelbe Koalition ab. Gefragt danach, welche Koalition sie am liebsten sähen, nannten 27 Prozent der Befragten ein Zusammengehen von CDU und FDP. Eine rot-grüne Koalition wünschten sich 20 Prozent der Befragten.

          Die jetzt noch mit absoluter Mehrheit regierende CDU könnte derzeit mit 43 Prozent der Stimmen rechnen. Das wären im Vergleich zur Wahl 2003 rund sechs Punkte weniger.

          Im Direktvergleich liegt Koch vor Ypsilanti

          Auf die SPD entfallen 30 Prozent (plus 1), auf die Grünen 9 Prozent (minus 1) und auf die FDP unverändert 8 Prozent. Für die Linke sprachen sich in der Umfrage fünf Prozent aus. Damit liegt für die Partei ein Einzug in den Landtag weiter in greifbarer Nähe. Könnten die Hessen den Regierungschef direkt wählen, würden sich 44 Prozent für Ministerpräsident Roland Koch (CDU) entscheiden, nur 29 Prozent für seine Herausforderin Andrea Ypsilanti von der SPD. In seinem eigenen Lager hat Koch 82 Prozent der CDU-Wähler hinter sich. Von den SPD-Anhängern würden 59 Prozent für Ypsilanti stimmen.

          Kochs Konkurrentin um das Ministeramt: Andrea Ypsilanti

          Bei der vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführten Umfrage, die vom „Stern“ und der „Frankfurter Rundschau“ in Auftrag gegeben wurde, sind 1000 Wahlberechtigte befragt worden. Die Umfrage ergab zudem, dass die Hessen die Schulpolitik derzeit als das größte Problem des Landes ansehen. 35 Prozent aller Befragten klagten über einen schlechten Zustand der Schulen, Lehrermangel und Unterrichtsausfall. Die Sorge um die Schulen habe inzwischen die Angst um den Arbeitsplatz als drängendstes Problem abgelöst.

          Ministerpräsident Koch sieht sich nach Angaben von Regierungssprecher Dirk Metz von der Umfrage ermutigt. „Wir gehen davon aus, dass es in den Umfragen noch manche Aufs und Abs geben wird und bis zum Wahltag die Gefahr eines rot-rot-grünen Linksbündnisses besteht“, erklärte Metz. CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg wertete die Umfrage als „klares Signal“ dafür, dass die CDU auf dem richtigen Weg sei und die Menschen ein linkes Bündnis für Hessen ablehnten. „Frau Ypsilanti würde hemmungslos und sofort mit den Alt-Kommunisten zusammenarbeiten“, warnte Boddenberg.

          SPD: „Die absolute Macht ist dahin“

          SPD-Generalsekretär Norbert Schmitt hob hervor, dass die CDU ihre absolute Mehrheit laut Umfrage verlieren werde. „Roland Koch und seine CDU haben in Hessen keine Mehrheit mehr, ihre absolute Macht ist dahin.“ Die SPD müsse aber noch kräftig zulegen bis zur Wahl am 27. Januar 2008. Als einen Grund für das schlechte Abschneiden nannte er das Umfragetief der SPD im Bund.

          Auch die Grünen erklärten, sie müssten sich bis zur Wahl noch anstrengen. „Wir verstehen das als Ansporn, noch deutlicher auf die verheerende Leistungsbilanz der Koch-CDU zu verweisen“, erklärten die Grünen-Landesvorsitzenden Kordula Schulz-Asche und Tarek Al-Wazir. Als Wahlziel haben die Grünen „zwölf Prozent plus“ genannt.

          Bei der Landtagswahl 2008 können 4,37 Millionen hessische Bürger ihre Stimme abgeben. Das sind 35.000 mehr als bei der Landtagswahl 2003, wie das Statistische Landesamt in Wiesbaden mitteilte. Der Anteil der Frauen liegt bei 51,7 Prozent, 2003 hatte er noch 51,9 Prozent betragen. Etwa jeder dritte Wahlberechtigte ist 60 Jahre oder älter. Die 18 bis 24 Jahre alten Bürger haben einen Anteil von neun Prozent. Damit seien die jüngste und die älteste Altersgruppe etwas stärker vertreten als 2003. Etwa 106.000 Hessen dürfen zum ersten Mal ihre Stimme abgeben.

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