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Trotz Corona-Pandemie : Parks und Grünanlagen auch in diesem Frühjahr beliebt

Grün, soweit das Auge reicht: Blick auf die Außenanlage des ehemaligen Klosters Lorsch; seit 1991 UNESCO-Weltkulturerbe. Bild: Hanns Joosten

Vieles ist in der Coronavirus-Krise nicht mehr möglich. In die freie Natur kann trotzdem noch jeder, wenn auch vorerst nur zu zweit. Gärtner treibt ohnehin der Klimawandel mehr um als der Erreger.

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          Umarmt die Bäume, aber meidet die Nähe zu Menschen. So lautet eine Empfehlung in Zeiten der Pandemie. In diesem Fall gegeben von denjenigen, die für den hessischen Staatsforst zuständig sind. Sie empfehlen sogar explizit das Hinausgehen in die Natur, so es denn noch möglich ist. Der Aufenthalt im Freien unterstütze das Immunsystem, senke den Stresslevel und stärke den Körper. Aber sie ergänzen: „Kommen Sie in den Wald, aber bitte allein oder zu zweit.“

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dass das Frische-Luft-Schnappen, das manch einer als eine der zentralen urdeutschen Lebensmaxime ansieht, auch derzeit grundsätzlich noch zu empfehlen ist, haben in den vergangenen Tagen die Virologen immer wieder betont. Der Aufenthalt draußen sei gut und richtig, betonte etwa der Virologe Christian Drosten. Von Corona-Partys in Parks war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch keine Rede. Vielmehr war das Grundverständnis derer, die diese Empfehlung ausgesprochen haben, dass sich die Deutschen gerne draußen an der Luft bewegen, der beginnende Frühling gute Laune macht. Bäume treiben wieder Grün aus, Magnolien stehen in Blüte, Osterglocken und Primeln bringen Farbe zurück in die Städte, lösen das Grau des stark verregneten Februars ab.

          Viele möchten diese Freude an dem nach dem Winter zurückgewonnenen Raum im Freien, gleichgültig ob im Park, auf beliebten Spaziergangsstrecken oder am Ufer von Main oder Rhein jedoch mit anderen teilen. Mitten in der Coronavirus-Krise ist das ein Problem. Die Verantwortlichen für die Parks in den Städten wie auch die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen kämpfen allerdings schon länger mit dem Phänomen, dass viele die Anlagen im wahrsten Sinne des Wortes als Freiräume ansehen, in denen jeder tut, was er möchte – gerne auch in Gruppen. Vom starken Nutzungsdruck ist die Rede und davon, wie es unter diesen Umständen möglich ist, Bäume, Rasen und Beete zu erhalten.

          Bärlauchblüte im Frankfurter Stadtwald

          „Wir freuen uns über das Interesse an unseren historischen Anlagen“, sagt Kirsten Worms, Direktorin der Verwaltung der Schlösser und Gärten Hessen, der neben Schlössern und Burgen auch neun historische und denkmalgeschützte Parks in der Rhein-Main-Region unterstehen wie die Außenanlage von Lorsch, der Schlosspark in Bad Homburg oder das Fürstenlager in Bensheim-Auerbach. Sie würde sich „einen sorgsameren Umgang mit den Parks wünschen“.

          In einigen Anlagen werde unter Bäumen gegrillt. Im Osteinschen Park, oberhalb von Rüdesheim, kann die Verwaltung nach sonnigen Wochenenden Mülltrupps vorbeischicken, um Berge von Picknick-Resten zu entsorgen. Im Bad Homburger Schlosspark lassen immer mehr Spaziergänger ihre Hunde frei laufen, obwohl Leinenpflicht herrscht. „Und in allen Parks kämpfen wir mit den Radfahrern“, sagt Worms. Erlaubt sei es in keiner Anlage, doch das Verbot sei kaum durchsetzbar. „Parks sind doch Orte der Ruhe und Muße, des Erlebens“, sagt die Direktorin, und es schwingt fast Verzweiflung mit, auf jeden Fall ein großes Unverständnis. „Eine historische Anlage, das ist doch kein Drive-in-Park.“ Ihr Kollege, zuständig für die Parks in Berlin und Brandenburg, berichtet, dass er mit wildem Baden in Seen und Weihern zu kämpfen hat.

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