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200 Jahre alte Luthereiche : Opfer der Trockenheit

Gerippe aus Totholz: Die Überreste der 200 Jahre alten Luthereiche im Hochtaunus Bild: Michael Braunschädel

200 Jahre sind für eine Eiche kein Alter. Doch die Bad Homburger Luthereiche hat die Veränderungen an ihrem Standort nicht überlebt. Sie wurde einst zu einem ungewöhnlichen Jahrestag gepflanzt.

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          Die Verluste, die nach den drei jüngsten Dürrejahren im Wald zu beklagen sind, bleiben normalerweise namenlos. Dazu ist die Zahl der Bäume zu groß, die dem Trockenstress und Borkenkäfern zum Opfer gefallen sind. Deren Folge sind große, kahle Flächen – 300 Hektar allein im Bad Homburger Stadtwald. „Die heimischen Fichten, Kiefern und Lärchen sind flächendeckend abgestorben“, sagt Revierförster Günter Busch. Der ungewohnte Anblick berührt die Menschen, wie auch Matthias Böhm vom Rotary Club Bad Homburg-Schloss festgestellt hat. Die Kontaktbeschränkungen der Corona-Pandemie hätten viele soziale Projekte ausgebremst. Da habe man sich entschieden, etwas für den Wald zu tun und Neuanpflanzungen zu finanzieren.

          Bernhard Biener
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Die Resonanz, auch bei den anderen Serviceclubs, sei überwältigend gewesen, sagt Böhm. Drei Rotary-Clubs, der Rotaract-Nachwuchs, die Lions-Clubs, der Zonta-Club und private Partner beteiligen sich und haben bisher 45.000 Euro an Spenden aufgebracht. „Aus einem rotarischen ist ein Bürgerprojekt geworden“, sagt Böhm. Deshalb heißt das 4,1 Hektar große Areal unterhalb der Jupitersäule unweit der Saalburg, auf dem im Oktober und November 11.000 Bäume gepflanzt werden, auch Bürgerwald. „Die Bevölkerung leidet mit“, sagt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Der Wald sei eben nicht nur ein Wirtschaftsfaktor.

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