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Per Traglufthalle : Freibad soll das ganze Jahr über öffnen

Unbedacht: Ein Zelt soll den ganzjährigen Betrieb des Freibads während der Umbauphase ermöglichen. Bild: dpa

Wo hat schon ein Freibad das gesamte Jahr über geöffnet? Die Antwort lautet: In Mainz ist das zumindest geplant. Dabei spielt eine Traglufthalle eine wesentliche Rolle.

          Für das Mainzer Freibad am Taubertsberg wird eine Traglufthalle gesucht. Aus Kostengründen darf es gerne auch eine gebrauchte Schutzhülle sein. Nicht etwa, weil die seit gut einem Jahr für die Freizeitanlage zuständigen Betreiber der zum Stadtwerke-Konzern gehörenden Mainzer Stadtbad GmbH mit einem außergewöhnlich schlechten Sommer rechnen. Sondern weil sie für ihre Kunden, mit Blick auf die absehbaren, vermutlich lange dauernden Umbau- und Modernisierungsarbeiten im Innern der Gebäude, draußen wenigstens ein Traglufthallen-Angebot aufrechterhalten wollen.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Das dürfte vor allem im Winterhalbjahr im Interesse des Schul- und Vereinssports sein. Nach Abschluss der zwingend notwendigen Generalsanierung soll es drinnen dann nur noch einen erweiterten Saunatrakt sowie ein Sport- und Familienbad geben. Dafür wird die bis zur Insolvenz des früheren Betreibers verfolgte Idee eines kleinen Erlebnisbades mit zwei Rutschen endgültig aufgegeben. Schon jetzt sind das frühere Erlebnisbad und die derzeitige Sauna geschlossen.

          Richtiger Schritt zur Rettung

          Wann mit der Ertüchtigung der Gebäude angefangen werden kann und wie viel das kosten wird, steht nach Angaben der Stadtwerke noch nicht fest. Ebendeshalb sei es auch unerlässlich, jetzt schon einmal die Steuerungstechnik für das Sportbad auszutauschen, die sich nach einer Sanierung allerdings weiterverwenden lasse. Konkret müsse das Taubertsbergbad deshalb vom 23. April bis zum 6. Mai komplett geschlossen werden.

          Für Mitte Mai ist die Wiedereröffnung des Freibades angekündigt. Im vergangenen Jahr kamen etwa 94.000 Gäste auf das Gelände in Bahnhofsnähe; in der Schwimmhalle zogen derweil ganzjährig etwa 144.000 Besucher ihre Bahnen. Nach Einschätzung von Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und des Beteiligungsdezernenten Günter Beck (Die Grünen) belegen diese Zahlen, dass die Übergabe des maroden und vor der Schließung stehenden Schwimmbades an die Stadtwerke der richtige Schritt zur Rettung der Freizeitanlage gewesen sei.

          Den Service verbessern

          Nun gehe es darum, Schritt für Schritt den Zustand der Gebäude, das Angebot und den Service zu verbessern, sagte Stadtwerke-Vorstand Daniel Gahr nach einer Aufsichtsratssitzung des stadtnahen Unternehmens, in der es vergangene Woche unter anderem um die Zukunft des Bades gegangen war. Fest steht, dass das vorhandene 50-Meter-Außenbecken vom Herbst an, also unmittelbar nach der Freibadsaison, saniert werden soll.

          Durch den Einbau eines nicht mehr so tiefen Edelstahlbeckens sollten sich nach Ansicht von Stadtbad-Geschäftsführerin Kerstin Stumpf die Betriebskosten senken lassen. Außerdem könnten dadurch Teile der Wasserfläche in Zukunft von Nichtschwimmern mitgenutzt werden. Alles in allem sind für den Umbau der Außenanlage, die den Gästen im Frühling 2020 wieder zur Verfügung stehen soll, rund 2,2 Millionen Euro vorgesehen.

          Mit dem Geld sollen nicht zuletzt jene Vorrichtungen geschaffen werden, die später für eine Traglufthalle benötigt werden. Diese lässt sich laut Stadtwerke gegebenenfalls wohl auch weiterverkaufen, wenn das Taubersbergbad erst einmal komplett modernisiert und umgestaltet sei.

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