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Tourismus in Hessen : Dicke Knollen und kleine Fluchten

Besuchermagnet: Schulkinder klettern durch das Felsenmeer. Bild: Frank Röth

Der Tourismus an der Bergstraße und im Odenwald gedeiht – Corona sorgt für „Buchungen auf Rekordniveau“. Doch auch der Trend zum Camping- und Reisemobilurlaub bringt mehr Menschen in die Region.

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          Als Odenwälder Kartoffelkönigin darf Ann-Kathrin I., die andere Menschen liebend gerne von den Vorzügen der von ihr repräsentierten Region überzeugt, nun doch länger im Amt bleiben als ursprünglich einmal gedacht. Denn eine neue Knollen-Hoheit wird aufgrund der Corona-Pandemie vorerst nicht gewählt. Auch die eigentlich zu den am Samstag beginnenden Kartoffelwochen gehörenden Begleitveranstaltungen mussten nach Angaben der Odenwald Tourismus GmbH coronabedingt in diesem Jahr gestrichen werden. An dem Genussfestival hat man trotz einiger Beschränkungen aber festgehalten.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          „Hinter uns liegen schwierige Monate“, findet etwa Gastronom Armin Treusch, der als Vorsitzender des Kreisverbandes Odenwald den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Hessen vertritt: „Ich habe die große Hoffnung, dass die Kartoffelwochen einen deutlichen Beitrag zur Belebung der Gastronomie leisten.“ Denn gerade solche Events, die viele Tagesgäste in den Odenwald und an die Bergstraße locken, gehören zum Kern der seit 2019 gemeinsam vermarkteten Destination.

          Gut 80 Prozent der knapp 50 Millionen Aufenthaltstage, die in der Statistik für das vergangene Jahr ausgewiesen werden, entfallen auf Besucher, die nur für einen Tag vorbeischauen: ob am Welterbe Kloster Lorsch oder auf der Burg Frankenstein, ob im Erbacher Elfenbeinmuseum oder am Felsenmeer Lautertal. Das selbstgesteckte Ziel, 2019 allein im Odenwald mit Tourismus eine Milliarde Euro Umsatz zu generieren, ist einer aktuellen Studie zufolge zwar knapp verfehlt worden – nämlich um etwa 20 Millionen Euro. Dennoch sei die Region Bergstraße-Odenwald auf gutem Weg, so die zentrale Botschaft der von der zuständigen Industrie- und Handelskammer, dem Dehoga-Verband und der Odenwald Tourismus GmbH in Auftrag gegebenen Untersuchung der IFT Freizeit- und Tourismusberatung.

          Der Trend zum Camping- und Reisemobilurlaub, der in diesem Jahr noch deutlich zugenommen habe, gehörte auch vor Corona schon zu den positiven Entwicklungen für die Region. Gerade im Wettbewerb mit konkurrierenden Städtereise-Angeboten gelte es, „die Sehnsucht nach dem kleinen Outdoor-Abenteuer auf dem Land“ zu bedienen, findet IFT-Geschäftsführer Jan Kobernuß. Insgesamt gehören 95 Kommunen aus Hessen, Baden-Württemberg und Bayern zur Destination Bergstraße-Odenwald, in der es der Studie zufolge im Jahr 2019 rund 28.600 Beschäftigungsverhältnisse im Tourismus gab.

          Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass man die Corona-Krise meistern könne, so Kornelia Horn, die Geschäftsführerin der Odenwald Tourismus GmbH. Zwei Voraussetzungen seien dabei entscheidend: eine kleinteilige Beherbergungsstruktur und die Möglichkeit für Kunden, online zu buchen. Die aktuellen Übernachtungs- und Aufenthaltszahlen für August liegen ihr zufolge jedenfalls „auf Rekordniveau“.

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