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Leblos in der Zelle : Toter Häftling in Haftanstalt Weiterstadt gefunden

  • Aktualisiert am

Schwedische Gardinen: Ein vergittertes Fenster an einem Gebäude der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt Bild: Frank Röth

Ein 57 Jahre alter Mann ist tot in seiner Zelle in der Haftanstalt Weiterstadt gefunden worden. Er saß dort wegen des Verdachts des versuchten Totschlags ein. Zur Todesursache gibt es keine Angaben - aus „Pietätsgründen“.

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          Im Gefängnis im südhessischen Weiterstadt hat sich ersten Erkenntnissen zufolge ein Häftling getötet. Der 57 Jahre alte Mann sei am Sonntagmorgen leblos in seiner Zelle gefunden worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Darmstadt. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

          Nach Angaben des Blattes hatte sich der Untersuchungshäftling eine Plastiktüte über den Kopf gezogen und sich erstickt. Die Behörde machte zu den Begleitumständen aus „Pietätsgründen“ keine Angaben. Ein Abschlussbericht der Rechtsmedizin liege zum Fall noch nicht vor. Man könne aber „ziemlich sicher“ von einem Suizid ausgehen. Es gebe keine Hinweise auf Fremdverschulden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

          Verdacht des versuchten Totschlags

          Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab es keine Hinweise darauf, dass sich der Häftling umbringen wollte. Er sei dem psychologischen Dienst zur Einschätzung vorgestellt worden und hatte keine Auffälligkeiten gezeigt. „Aber man kann den Menschen nicht hinter die Stirn schauen“, sagte Robert Hartmann von der Staatsanwaltschaft.

          Der Mann saß in Untersuchungshaft wegen versuchten Totschlags. Er soll Mitte Mai in Groß-Gerau seinen Bruder (62) und seine Schwägerin (53) mit einem Messer attackiert haben.

          Nach Angaben des hessischen Justizministeriums bringen sich pro Jahr bis zu sechs der derzeit 4700 Häftlinge um. Die Zahlen sind stark schwankend. Zwischen 2013 und 2015 waren es beispielsweise 13 Suizide, wobei in vier Fällen eine Drogenproblematik vorlag.

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