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Blaulicht in Rhein-Main : Durchsuchung bei Clan – Senioren um 370 000 Euro gebracht

  • Aktualisiert am

Betrug mit Teppichen: Senioren wurden Opfer von Betrügern. Bild: Cornelia Sick

Senioren wurden um 370.000 Euro gebracht. Die A480 ist wegen ausgelaufenen Diesels stundenlang gesperrt worden. Und dann waren da noch die Durchsuchungen bei Clan-Mitgliedern.

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          Rhein-Main Hessische Ermittler haben bei Durchsuchungen der Wohn- und Geschäftsräume von drei Mitgliedern eines rumänisch-stämmigen Clans, der aus mehreren Familienverbänden besteht, 20 hochwertige Autos sowie Wertgegenstände und Bargeld im Gesamtwert von 120000 Euro sichergestellt. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Donnerstag mitteilte, handelt es sich um etwa ein Drittel der Vollstreckungen, die mehrere Amtsgerichte gegen die drei Beschuldigten angeordnet hatten.

          Den 20, 24 und 40 Jahre alten Männern wird vorgeworfen, unabhängig voneinander mit teils hochwertigen Autos gehandelt und die Umsatzsteuer nicht abgeführt zu haben. Den Ermittlungen zufolge entstand dem Fiskus dabei Schaden von 350.000 Euro. Die Durchsuchungen sind Teil eines Ermittlungskomplexes gegen 31 Beschuldigte, die alle zu den Familienverbänden gehören. Es geht dabei um gewerbs- und bandenmäßigen Betrug, Steuerhinterziehung, Sozialleistungsbetrug und andere Delikte im Zusammenhang mit Autohandel. Der steuerliche Gesamtschaden soll etwa 2, 65 Millionen Euro betragen.

          Frankfurt/Köln Die Polizei hat eine überregional agierende Teppichbetrüger-Bande hochgenommen. Die drei mutmaßlichen Drahtzieher im Alter von 35, 46 und 55 Jahren seien in Frechen bei Köln und in Frankfurt festgenommen worden, teilten die Kreispolizei Rhein-Sieg und die Bonner Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Die Bande soll in mehr als 20 Fällen überwiegend ältere Menschen um insgesamt mehr als 370.000 Euro gebracht haben.

          Den Ermittlungen zufolge waren die Täter auf bislang ungeklärte Weise in den Besitz von Kundendaten von Teppichhäusern gelangt. Sie nahmen telefonischen Kontakt zu den Kunden auf, gaben sich als Mitarbeiter des Teppichhauses aus und vereinbarten einen Termin für einen Hausbesuch. Dort boten sie die Reinigung von Teppichen zu einem oftmals überzogenen Preis an.

          Nachdem sie den Teppich mitgenommen hatten, begann die eigentliche Betrügerei. Den Opfern wurde suggeriert, dass sich der Teppich nach der Reinigung als besonders wertvoll herausgestellt habe und es vermögende Kaufinteressenten dafür gebe. Die Geprellten bezahlten dann Geld für angebliche Echtheitszertifikate, Gutachter, Ausfuhrzölle oder Transportversicherungen. Tatsächlich verkauft wurden die Teppiche nicht.

          Ein Seniorenehepaar aus Sankt Augustin hatte Ende 2019 Anzeige wegen Betrugs erstattet und so die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Insgesamt konnte die Polizei in den vergangenen Monaten elf Verdächtige ermitteln. Am Dienstag durchsuchten die Ermittler deren Wohnungen im Rhein-Erft-Kreis, Köln und Frankfurt. Dabei wurden die drei per Haftbefehl gesuchten Hauptverdächtigen gefasst.

          Gießen. Weil ein Lastwagen Diesel verloren hat, ist die Autobahn 480 bei Gießen am Donnerstag für gut sieben Stunden gesperrt worden. Wie eine Sprecherin der Polizei sagte, staute sich der Verkehr zwischen Wettenberg und Reiskirchener Dreieck in Richtung Süden zeitweise auf etwa sieben Kilometern. Obwohl auf einer Strecke von mehreren Hundert Metern nur wenige Liter aus dem Tank gelaufen waren, musste die Straße aufwändig gereinigt werden. Wie es zu dem Zwischenfall kam, blieb zunächst unklar.

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