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Tier hatte Virusinfektion : Taunus-Luchs „M12“ eingeschläfert

Gartengast: Luchs „M12“ in der Nähe eines Privathauses im Taunus Bild: Hochtaunuskreis

Anfang September tauchte er auf dem Sportfeld einer Schule in Oberursel auf, zuvor streifte er durch ein Quarzitwerk im Taunus. Nun ist Taunus-Luchs „M12“ eingeschläfert worden, er war von einem Virus befallen.

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          Direkte Begegnungen mit Luchsen sind selten. Deswegen hat Anfang September der Besuch von M 12 auf einem Schulsportplatz in Oberursel nördlich von Frankfurt für Aufsehen gesorgt. Jetzt hat sich herausgestellt: Die ungewöhnliche Nähe zu den Menschen war möglicherweise kein gutes Zeichen. Der Luchs war an der Staupe erkrankt und ist inzwischen eingeschläfert worden. Das Männchen stammte aus dem Harz. Von Mitarbeitern des dortigen Luchsprojekts war es 2018 bei Bad Pyrmont mit einem Sender ausgestattet worden. Von dem Projekt rührt auch der nüchterne Name.Noch im selben Jahr ist es durch Nordrhein-Westfalen nach Hessen gewandert, wo es den Sender verlor. 

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Nach seinem Besuch auf dem Oberurseler Sportplatz zog sich der Luchs nicht etwa in den nahen Wald zurück. Wie der Hochtaunuskreis jetzt mitteilte, blieb die Katze in der Stadt und wurde von den Bewohnern eines Hauses in ihrem Garten entdeckt. Dort wollte sie auch nach einer Woche noch nicht wieder weg. Die Verantwortlichen der zuständigen Behörden entschlossen sich daraufhin, zum Schutz von Mensch und Tier den Luchs zu betäuben und zur Untersuchung in den Opel-Zoo in Kronberg zu bringen. Von dort kam er in eine im Umgang mit Luchsen erfahrene Wildtier- und Artenschutzstation. 

          Eigentlich sollte der Luchs von dort wieder in die Natur entlassen werden. Die Tierärzte stellten jedoch fest, dass M 12 an der Viruserkrankung Staupe litt, die schon am Gehirn irreversible Schäden hinterlassen hatte. Weil er nicht einmal mehr aus eigener Kraft fressen und sich putzen konnte, wurde er schließlich eingeschläfert. Luchse halten sich normalerweise gut versteckt. Mit ihren feinen Sinnesorganen bemerken sie Menschen viel eher als umgekehrt. Insofern ist es auffällig, wie häufig M 12 auf seinem Weg nach Oberursel schon gesichtet worden war, unter anderem in einem Steinbruch. Anfang des Jahres war er im Wildpark Alte Fasanerie bei Hanau schon einmal kurzzeitig eingefangen worden, aber wieder entkommen. Vermutlich hatte ihn die Anwesenheit des dortigen Luchsweibchens angelockt. 

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