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Tarifstreit : Telekom-Mitarbeiter im Warnstreik

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Wie hier in Hamburg waren Telekom-Mitarbeiter auch in Frankfurt, Gießen oder Hanau im Warnstreik Bild: AP

Um im Tarifstreit den Druck zu erhöhen, sind rund 1400 Telekom-Mitarbeiter in Hessen in den Warnstreik getreten. „Die Beschäftigten dürfen nicht mehr länger bereit sein, für Managementfehler ihren Kopf herzuhalten“, meint Verdi.

          Mehr als 1000 Beschäftigte der Deutschen Telekom haben am Donnerstag in Hessen mit Warnstreiks weiter Druck gegen den geplanten Konzernumbau gemacht. In Kassel, Fulda, Gießen, Eschborn, Frankfurt, Heusenstamm, Wiesbaden, Hanau und Darmstadt legten am Donnerstag etwa 1400 Beschäftigte den ganzen Tag die Arbeit nieder. Betroffen waren nach Angaben der Gewerkschaft Verdi die Vertriebs-Callcenter für Privatkunden sowie Servicemonteure und Netztechniker.

          Die Proteste richten sich gegen die Pläne der Telekom, bundesweit etwa 50.000 Mitarbeiter in Servicegesellschaften auszulagern. Die Verhandlungen darüber zwischen dem Management und Verdi wurden am Donnerstag in Mayschoß an der Ahr ohne Ergebnis beendet. Die Telekom will die Gehälter stufenweise um zwölf Prozent kürzen und die Wochenarbeitszeit verlängern. Nach Berechnungen von Verdi würden die betroffenen Beschäftigten damit Gehaltseinbußen von bis zu 40 Prozent hinnehmen müssen.

          „Weniger Lohn, mehr Arbeit und eine unsichere Zukunft“

          Bei einer Protestkundgebung in der Gießener Kongresshalle stärkte Verdi-Landeschef Jürgen Bothner den Telekom-Beschäftigten den Rücken für einen möglichen Streik. „Der heutige Warnstreik und die mögliche Einleitung einer Urabstimmung sind die einzig richtigen Antworten auf die unsäglichen, ja zynischen Absichten des Telekom-Vorstandes“, sagte Bothner. „Daher gilt einmal mehr: Wer den Kopf in den Sand steckt, der sieht nicht, von wem er in den Hintern getreten wird.“

          Die Verdi-Fachbereichsleiterin Telekommunikation in Hessen, Brigitte Reinelt, machte den Mitarbeitern Mut: „Die Beschäftigten dürfen nicht mehr länger bereit sein, für Managementfehler ihren Kopf herzuhalten.“ Die Telekom-Beschäftigte Rita Wunsch aus Gießen nannte die Pläne des Vorstands eine Provokation. „Das bedeutet: weniger Lohn, mehr Arbeit und eine unsichere Zukunft“, sagte die 50 Jahre alte Frau, die seit 1972 bei der bei heutigen Telekom arbeitet.

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