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Wagen brennt an Tankstelle ab : Bloß nicht mit dem Staubsauger an den Autotank

  • -Aktualisiert am

Hier sollte lieber kein Benzin rein: Wer falsch tankt, sollte sich im ersten Schritt an den Tankwart wenden. Bild: dpa

Eine Frau betankt versehentlich ihren Diesel-Wagen mit Benzin. Mit Wasserschlauch, Staubsauger und Metallwanne will sie den Kraftstoff abzapfen. Das ist gar keine gute Idee, wie sich schnell zeigt.

          Was tun, wenn man versehentlich den falschen Kraftstoff getankt hat? Lieber nicht kreativ werden, wie eine spektakuläre Aktion an einer Tankstelle in Eschborn zeigt. Eine 55 Jahre alte Frau hatte am Freitagabend Benzin in ihr Diesel-Auto gefüllt und den Fehler zu spät bemerkt. Statt kundige Hilfe zu holen, entschied sie sich, selbst Hand anzulegen. Gemeinsam mit einem 20 Jahre alten Passanten rollte sie das Fahrzeug zur Staubsaugeranlage der Tankstelle. Mithilfe eines Gartenschlauchs, auf den die beiden einen Staubsauger setzten, wollten sie das Benzin abzapfen und in eine Metallwanne umfüllen.

          Doch das hatte unerwartete Folgen. Der Wagen der Frau brannte vollständig aus, sie selbst blieb unverletzt. Der junge Helfer erlitt eine Handverletzung.

          „In 30 Jahren noch nicht erlebt“

          Frank Christian war am Abend als Einheitsführer des Löschfahrzeuges der Freiwilligen Feuerwehr Eschborn im Einsatz. „Das habe ich in 30 Jahren noch nicht erlebt.“ Christian und seine Kollegen hatten nach ihren Worten schon auf dem Weg zur Tankstelle eine große Rauchsäule gesehen. Es sei unklar gewesen, was sie vor Ort erwarten würde. Ihr Löschfahrzeug sei kurz nach den Kollegen der Feuerwehr Niederhöchstadt eingetroffen, das Auto stand bereits in Flammen. „Durch die Dämpfe, die der Staubsauger angesaugt hatte, hat zuerst der Staubsauger gebrannt und dann eine Kettenreaktion ausgelöst“, erläutert Christian.

          Nach Angaben der Feuerwehr Eschborn brannte in der Nähe des Wagens auch ein Container mit Holzboden, in dem Öle und Schmiermittel für den Tankstellenverkauf gelagert waren. Über die vom Auto ausgelaufene Flüssigkeit am Boden hatte dieser sich ebenfalls entzündet.

          Den Notschalter drücken

          Nach Christians Einschätzung hätte die Situation richtig gefährlich werden können, wenn das Auto explodiert wäre. Da es aber nur gebrannt hat und zudem zehn Meter entfernt von den Zapfsäulen gestanden habe, „konnte nichts passieren“, sagt der Feuerwehrmann. Für gewöhnlich sei es in solchen Gefahrensituationen üblich, dass die Tankstellenbetreiber den Notausschalter drückten und die Zapfsäulen damit abstellten. Ob das am Freitagabend der Fall gewesen sei, könne er nicht sagen. Auch wie viel Benzin im Dieseltank gewesen sei und warum der 20 Jahre alte Mann eingewilligt hatte, bei dem waghalsigen Unterfangen zu helfen, sei unklar. Der Betreiber der Tankstelle wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern.

          Um zu verhindern, dass jemand Diesel in einen Benzintank füllt, sind die Diesel-Einfüllstutzen so groß, dass sie nicht in den Tankeinlass passen. Umgekehrt passen die Benzin-Einfüllstutzen jedoch in Dieselfahrzeug, was den Eschborner Vorfall ermöglicht hat.

          Wer den falschen Kraftstoff tankt, sollte auf keinen Fall selbst versuchen, sein Auto vor größeren Schäden zu bewahren. Stattdessen empfiehlt die Feuerwehr, das eigene Auto nicht mehr zu bewegen und dem Tankwart vor Ort das Problem zu schildern. Bei einigen Tankstellen ist es nach Angaben von Christian sogar direkt am Ort möglich, den Kraftstoff abführen und den Motor reinigen zu lassen. Anderenfalls wüssten die Tankstellenbetreiber aber, welcher Abholdienst und welche Werkstatt zu kontaktieren sei.

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