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„Tage der Industriekultur“ : Vom Leben an Bord und der Arbeit an Land

Kulturlandschaft: das alte Weinlager im Mainzer Zollhafen Bild:

Ob Fluß - oder Flughafen: Bei den „Tagen der Industriekultur“ vom 18. bis 23. August geht es um Umschlagplätze im Rhein-Main-Gebiet. Besucher können unter 212 Führungen und Exkursionen an 120 Orten auswählen.

          Die „tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ dürfen nicht fehlen, wenn an die Pioniertaten im Luftverkehr erinnert werden soll. Und so wird der 1965 entstandene Film über einen Wettflug von London nach Paris am 21. August beim Open-Air-Kino im Rebstockpark zu sehen sein. Ebendort, wo Kaiser Wilhelm II. vor 100 Jahren Graf Zeppelin nach der Landung des Luftschiffes „LZII“ begrüßt hatte.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Dass 1909 in der neuen Frankfurter Festhalle erstmals eine Internationale Luftfahrtausstellung zu sehen war, haben die Organisatoren der Tage der Industriekultur Rhein-Main zum Anlass genommen, in diesem Jahr Flughäfen und Häfen in den Mittelpunkt ihrer zum siebten Mal ausgerufenen Veranstaltungsreihe zu stellen.

          Vom 18. bis 23. August können interessierte Besucher zwischen Miltenberg und Bingen sowie von Darmstadt bis Usingen unter 212 Führungen und Exkursionen an 120 Orten auswählen – und alle haben auf die eine oder andere Art mit sehenswerten Industrienanlagen und deren wissenswerter Geschichte zu tun.

          Mit dem Dampfsonderzug von Darmstadt zum Frankfurter Osthafen

          An Häfen mangelt es der an Umschlagplätzen reichen Region dabei wahrlich nicht: Ob in Mainz, wo der frühere Hafenmeister Klaus Kuhn am 20. August zu einer Bootsfahrt auf dem Rhein einlädt, um vom Leben an Bord, der Arbeit an Land und den Plänen für die Umgestaltung des Areals zu berichten. Oder in Hattersheim, wo Stadtarchivar Wilfried Schwarz schon tags zuvor bei einer Schiffstour auf dem Main vom „Fluss als Motor der Wirtschaftsgeschichte“ erzählen will.

          Fast alle Ausflüge, ob zu Fuß, mit dem Rad, der Bahn oder auf dem Wasser haben eines gemeinsam: Da die Teilnehmerzahl meist begrenzt werden muss, empfiehlt sich eine rasche Anmeldung beim jeweiligen Veranstalter. Wer genau das ist, steht im Internet unter www.route-der-industriekultur-rhein-main.de aber auch in der Programmübersicht, die erstmals nicht als Faltblatt, sondern in einer Auflage von 50.000 Exemplaren als Broschüre herausgegeben wurde.

          Die Hefte liegen ab sofort in Rat- und Bürgerhäusern, Museen und Bibliotheken sowie in Touristikbüros der Region aus, sagte Konrad Dörner, der Geschäftsführer der Kultur-Region Frankfurt Rhein-Main gGmbH, in Mainz bei der Vorstellung der für 2009 ausgewählten Industriebauwerke. Sie kenne Familien, „die ihren Urlaub eigens so legen, dass sie schon einige Tage vor dem Ende der Schulferien wieder zurück sind“, sagte Projektleiterin Sabine von Bebenburg, die von genügend Stoff für etliche interessante Tagesausflüge sprach.

          So können sich bis zu 200 Personen am Samstag, dem 22. August, in einem Dampfsonderzug von Darmstadt aus zum Frankfurter Osthafen sowie anschließend weiter bis zum Flughafen bringen lassen. Nicht nur der Rhein-Main-Airport, auch kleine Flugplätze oder Betriebe, wie die Flugmotorenbauer von Rolls-Royce in Oberursel, beteiligen sich an den Tagen der Industriekultur, zu deren Kosten Dörner gestern keine genauen Angaben machen konnte. Auch dieses Projekt werde - neben anderen - von der Kultur-Region gGmbH mitfinanziert, die für alle Initiativen zusammen über einen Jahresetat von 700.000 Euro verfüge.

          Dabei sind auch 2009 Partner dabei, die zwar auf der Route der Industriekultur liegen, aber nichts zum Schwerpunktthema beizutragen haben: angefangen vom Hammer-Museum über Druckereien bis hin zu Kraftwerken. Erstmalig wurden außerdem fünf öffentliche Symposien zum „Tag der hessischen Industrie“, dem 22. August, ins Programmpaket aufgenommen. Schließlich stehe die Industrie ja nicht nur für Kulturgeschichte, wie Ulrich Kirsch von der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände meinte: Obwohl es vielen Deutschen nicht gefalle, werde – je nach Rechenart – auch gegenwärtig noch immer ein Anteil von 23 bis 45 Prozent der Gesamtwertschöpfung im Land von den Industriebetrieben gemacht.

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