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Südhessen : Auf dem Rad durch den Odenwald

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Drei Landkreise, drei Tage, 288 Kilometer: Die Odenwald-Radrundfahrt ist fast schon zu beliebt. Bild: Cornelia Sick

Die Drei-Länder-Rundfahrt durch den Odenwald hat inzwischen eher zu viele Teilnehmer. Außerdem zeigen sich in den Ballungsräumen Hindernisse.

          Die Odenwald-Radrundfahrt, die drei Landkreise alljährlich grenzübergreifend organisieren, stößt an ihre Grenzen. Denn die meist dreitägige Veranstaltung erfreut sich solcher Beliebtheit, dass der Tross von knapp 350 Radlern vor allem in dichtbesiedelten und deshalb von Schnellstraßen durchfurchten Gebieten nur noch unter Mühen durchgelotst werden kann. Wenngleich eine solche Menge von Radfahrern sich in die Länge zieht und ein imposantes Bild abgibt.

          Von Montag bis Mittwoch führte in diesem Jahr die Strecke zunächst von Großheubach am Main über den hohen Odenwald nach Mosbach am Neckar. Am zweiten Tag ging es über Heidelberg und Weinheim nach Seeheim-Jugenheim und danach über die Grube Messel, Babenhausen und Großostheim wieder zum Ausgangspunkt zuück. Für die Kreise Miltenberg in Bayern, Neckar-Odenwald in Baden-Württemberg und Odenwald in Hessen bedeutet die Organisation dieses „3-Länder-Rad-Events“ eine große Anstrengung. Doch die Teilnehmerzahl von 253 Übernachtungsgästen in den Hotels spült Geld in die Region, da viele Mitfahrende sich abends nicht nach Hause bringen lassen. Zudem macht Radfahren auf großen Strecken hungrig und durstig.

          Diesmal wollten die Organisatoren zu viel

          Bei 288 Kilometern an drei Tagen, bei 1470 Höhenmetern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 16 bis 17 Kilometern in der Stunde sind echte Radsportler nicht unbedingt zu beeindrucken. Verlangt doch zudem das Fahren im Pulk, in der großen Masse, ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme. Solange die Radwege sich durch lange Täler auf eigenen Trassen bewegen, solang nicht Ballungsgebiete angesteuert werden, lässt sich die Masse mit wenig Polizeiunterstützung steuern.

          Doch diesmal wollten die Organisatoren zu viel. Von Großheubach über den neugebauten Radweg von Amorbach nach Mudau an der Wildenburg vorbei, dann bis Buchen und Mosbach, auch danach bis Heidelberg, gab es noch keine Schwierigkeiten. Denn die Wege führen fast kreuzungsfrei durch die Landschaft. In Heidelberg lotste die Polizei rasch und routiniert durch die Stadt, schneller als erwartet. Doch danach erwies sich im verkehrsreichen Rhein-Neckar-Raum und an der Bergstraße, dass 350 Radler immer wieder anhalten müssen, um möglichst geschlossen Schnellstraßen zu queren. Und die Organisatoren aus den Odenwälder Landkreisen kannten sich außerhalb ihrer angestammten Gebiete nicht gut genug aus, die Kontakte zu den Kommunen und zur Polizei waren nicht so eng, wie in der Heimatregion.

          So zeigte sich die Weinheimer Polizei recht lustlos, interessierte sich nicht dafür, dass eine sich schließende Schranke knapp hundert Radler vom Tross trennte, so dass diese sich erst einmal hilflos an großen Kreuzungen wiederfanden. In Heppenheim gab es ein Missverständnis, als Polizei und Radler sich nicht am vereinbarten Treffpunkt einfanden. Eine halbe Stunde Warten war die Folge.

          Alle Übernachtungsgäste in einer einzigen Unterkunft

          Später, um Darmstadt herum, wurden ungewöhnliche Wege gewählt. So musste die Odenwaldbahn an einer Stelle überquert werden, wo keine Schranke war, sondern ein Durchlass nur für jeweils einen Radfahrer. Das kostete Zeit. Später im Wald bei Münster standen alle, weil Radfahrer und Polizei nicht gleich zueinander fanden. Dass diesmal Geduld verlangt war, änderte aber nichts an der guten Stimmung, spielte doch auch noch das Wetter mit.

          Die meisten Radler waren sehr angetan vom Besuch der Grube Messel. Viele sagten, sie hätten bis dahin nicht den Weg dahin gefunden. Führungen gab es auch in Bödigheim bei Buchen im Schloss und auf dem alten jüdischen Friedhof. Erstmals gelang es, alle Übernachtungsgäste in einer einzigen Unterkunft, bei der Lufthansa in Seeheim, unterzubringen.

          Für das nächste Jahr nahmen sich die Kreise vor, wieder stärker auf den Odenwald zu konzentrieren, auch, weil sie sich dort auf heimischem Gelände bewegen.

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