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Sturmschäden in Friedwald : 50 Bestattungsbäume müssen nach Unwetter gefällt werden

Verwüstet: der Friedwald in Dietzenbach nach dem Sturm Bild: Albrecht Klein

Nach den schweren Unwettern vom August sind noch immer nicht alle Waldstücke in Südosthessen begehbar. Auch von den Schäden betroffen: die Beerdigungsstätte Friedwald in Dietzenbach.

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          Sechs Wochen nach dem Unwetter, das am 18. August Schäden in Millionenhöhe im Kreis Offenbach anrichtete, sind nicht alle Waldstücke und Baumflächen wieder begehbar. Besonders betroffen waren Dietzenbach, Dreieich, Egelsbach, Heusenstamm, Langen, Rodgau und Seligenstadt. So sind etwa nach Angaben der Stadt Dreieich nach wie vor der Wallgrabenweg in Dreieichenhain und das Ringwäldchen in Götzenhain gesperrt.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Offenbach.

          Warnbaken zeigen an, wo Wege unpassierbar sind. In den Bäumen hängen immer noch gebrochene Äste, die zu Boden fallen können. Die Absperrungen würden jedoch teilweise missachtet und einfach umgangen. Am Wallgrabenweg sei schon ein Trampelpfad durch das Gebüsch entstanden. Die Stadt ließ die Absperrungen inzwischen verstärken. Der gemeinsame Dienstleistungsbetrieb von Dreieich und Neu-Isenburg arbeite mit mehreren Privatfirmen zusammen, um die Verkehrssicherheit im Stadtgebiet wiederherzustellen. Einige Bäume seien sofort zu fällen. Die Arbeiten am Wallgraben und im Ringwäldchen müssten daher zurückstehen.

          Für Angehörige unentgeltliche Lösungen

          Auch im Friedwald in Dietzenbach hinterließ das Unwetter Spuren. Bis Anfang September war die naturnahe Beerdigungsstätte für Besucher gesperrt. Nach Angaben der Friedwald GmbH in Griesheim wurden 52 Bestattungsbäume so geschädigt, dass sie entfernt werden müssen. An 32 dieser Bäume fanden schon Beisetzungen statt.

          Der 26 Hektar große Friedwald ist einer von insgesamt 67 in ganz Deutschland. In Hessen gibt es zehn Standorte. Ende 2015 wurde der Friedwald am Ebertsberg westlich von Dietzenbach eröffnet. Dort sind Urnenbestattungen unter Bäumen möglich. Man kann sich einzeln, zu zweit, im Kreis der Familie oder neben Freunden beerdigen lassen. Bisher fanden dort 970 Urnenbeisetzungen statt. Insgesamt 2700 Menschen haben in den vergangenen vier Jahren einen Platz am Standort reserviert. Vor allem das vordere Areal am Parkplatz sei von dem Unwetter in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte die Sprecherin der Friedwald GmbH.

          Wenn Bäume beschädigt wurden, biete man den Betroffenen oder den Angehörigen eine unentgeltliche Lösung an, die individuell abgesprochen werde. Falls noch niemand beigesetzt worden sei, komme ein Baumtausch in Frage. Ansonsten sei vorgesehen, neue Bäume zu pflanzen oder die Grabstätte einem intakten Baum unmittelbar daneben zuzuordnen. In einigen Fällen bleibe der Baumtorso stehen. Inzwischen habe man alle Vertragspartner informiert; auf Wunsch finde ein Termin im Friedwald statt. Die Neupflanzungen seien für November vorgesehen.

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