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Zeit an der frischen Luft : Kleingärtner sind die glücklicheren Menschen

Spaß im Grünen: Wer einen Garten hat, hat ihn in der Pandemie besonders schätzen gelernt. Bild: Diana Cabrera Rojas

Eine Studie der Hochschule Geisenheim zeigt: Kleingärtner sind mit ihrem Leben zufriedener als Menschen ohne Garten. In der Pandemie hat die Parzelle an Bedeutung gewonnen.

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          Kleingärtner sind die glücklicheren Menschen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Hochschule Geisenheim. Untersucht wurde, welche Bedeutung Gärten und Grünanlagen während des ersten Lockdowns im Frühjahr hatten. Dazu waren Ende Mai knapp 500 Personen aus allen Bevölkerungsgruppen befragt worden. Demnach sind Menschen mit eigenem Garten im Durchschnitt zufriedener mit ihrem Leben. Auf einer Skala von null bis zehn weist diese Gruppe einen Wert von 7,4 gegenüber 6,3 bei Personen ohne Garten auf. Befragte mit Garten sind tendenziell älter, haben höhere Einkommen und wohnen ländlicher als Befragte ohne Garten, so die Studie.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Drei von vier Gartenbesitzern halten ihr grünes Karree für wichtig. Zudem gibt mehr als die Hälfte an, dass der Garten in diesem Corona-Jahr noch wichtiger als im Vorjahr gewesen sei. Wer keinen eigenen Garten hat, weiß umso mehr die öffentlichen Grünanlagen zu schätzen. Für 60 Prozent dieser Gruppe sind Parks und Stadtwälder wichtig. Auch für sie hat die Bedeutung der grünen Lungen in Pandemie-Zeiten zugelegt. Für drei von vier Befragten gab das schöne Frühlingswetter den Anlass für einen vermehrten Aufenthalt im Garten, wie die Hochschule weiter berichtet. Mehr als die Hälfte der Befragten nannte jedoch auch Corona-bezogene Gründe wie die Kontaktsperre und die Einschränkung von Freizeitmöglichkeiten als Gründe.

          Im Mittel halten sich die Befragten neun Stunden pro Woche im Freien für Erholung und Sport auf. Bei den Gartenbesitzern kommen noch acht Stunden für Hobbyarbeiten in der eigenen, durchschnittlich 360 Quadratmeter großen Parzelle hinzu. Die Studie bestätigt nach Einschätzung der Autoren die Rolle von Gärten als Verkaufsargument auf dem Immobilienmarkt. Häuser mit Garten würden eine deutlich kürzere Zeit in Immobilienportalen angeboten als solche ohne Balkon oder Garten. Diese Verweildauer sei während der Pandemie weiter zurückgegangen. Häuser mit Garten wurden während des Lockdowns durchschnittlich 60 bis 65 Tage annonciert, andere Wohnungen hingegen für 75 bis 80 Tage.

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