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Studie von Mainzer Biologen : Auch für Ameisen kann Einsamkeit schädlich sein

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Wird ungepflegt, wenn sie keine Gesellschaft hat: Ameise der Art Themnothorax nylanderi, die in europäischen Wäldern vorkommt. Bild: ©: Susanne Foitzik / JGU

Ameisen gehören zu den sozialen Insekten. Isoliert man sie, schadet ihnen das, wie Forscher der Uni Mainz zeigen konnten.

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          Sie vernachlässigen nicht nur ihr Äußeres, sondern sind auch anfälliger für Krankheiten: Was man einsamen Menschen nachsagt, könnte auch auf Ameisen zutreffen. Das legen Untersuchungen nahe, die Forscher der Universität Mainz zusammen mit Kollegen aus Israel vorgenommen haben.

          Die Biologen um Susanne Foitzik benutzten für ihre Experimente junge Arbeiterinnen der Ameisenart Temnothorax nylanderi. Die Insekten wurden von ihren Artgenossen getrennt und für unterschiedliche Zeiträume von einer Stunde bis zu 28 Tagen allein gehalten. Nach dem Ende der Isolation waren die Ameisen weniger an ihren erwachsenen Nestgenossen interessiert und verbrachten weniger Zeit mit Körperpflege. Das könnte sie laut Foitzik anfälliger für Parasiten machen. Noch auffälliger war, dass Gene, die Einfluss auf das Immunsystem und die Stressreaktion haben, herunterreguliert waren. Foitzik schließt daraus, dass Vereinzelung für Ameisen ebenso schädlich ist wie für soziale Säugetiere.

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