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Projekt gesundes Studium : Studenten im Stress

Lernen für die Abschlussprüfung: Studenten in einem Hörsaal der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Bild: dpa

Eine Studie zeigt, immer mehr Studenten leiden unter psychischen Erkrankungen. Die Anforderungen und der Leistungsdruck sind hoch. In Mainz möchte ein Modellprojekt das Studium gesünder gestalten.

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          Die Behauptung, dass die Studienzeit die schönste Zeit des Lebens ist, lässt sich mit Blick auf von der Krankenkasse Barmer vorgelegte Behandlungszahlen kaum noch aufrechterhalten. Der Statistik zufolge haben mittlerweile zwischen 15 und 20 Prozent der 2,8 Millionen Studenten in Deutschland, die früher als „gesunde Gruppe“ galten, eine psychische Erkrankung.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Die Auswertung von Arztdiagnosen zeigt nach Angaben von Dunja Kleis, der für Rheinland und das Saarland zuständigen Landesgeschäftsführerin der Krankenkasse, mehr als deutlich „dass immer mehr junge Erwachsene unter Depressionen, Angststörungen und Panikattacken leiden“. Um den angehenden Akademikern künftig zu helfen, soll an der Mainzer Universität in Zusammenarbeit mit dem Klinikum das bundesweit erste ganzheitliche Gesundheitsmanagement für Studierende eingeführt werden.

          Sind die neuen Strukturen schuld?

          Für das auf fünf Jahre befristete, von der Barmer mit 1,5 Millionen Euro geförderte und in der Universitätsmedizin am Mittwoch vorgestellte Modellprojekt „Gesund studieren in Mainz“ hat die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) die Schirmherrschaft übernommen. „Während des Studiums spielen Anforderungen, Erwartungs- und Leistungsdruck eine große Rolle: Intensive Prüfungsphasen, Jobs neben dem Studium und Praktika fordern viel von unseren Studierenden und führen häufig zu Stress“, so die Ministerin.

          Dass die neu geschaffene Hochschulstruktur mit Bachelor- und Master-Studiengängen sowie einer großen Zahl von Numerus-clausus-Fächern womöglich mit für den gestiegenen Notendruck bei jungen Erwachsenen verantwortlich sein könnte, mochte bei der Vorstellung allerdings keiner der Projektverantwortlichen bestätigen. Denn auch früher sei ein Medizinstudium nicht ohne Mühe zu meistern gewesen, sagte dazu etwa Ulrich Förstermann, der Wissenschaftliche Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin.

          Weitere Befragung geplant

          Bei dem vor allem auf Prävention ausgerichteten Projekt, das federführend vom Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitätsmedizin verantwortet werde, gehe es vorrangig darum, gesundheitsfördernde Angebote für die rund 32.000 Mainzer Studenten zu entwickeln, zu realisieren und wissenschaftlich zu begleiten. Da man nicht so recht zu wissen scheint, woran genau es hapert und was viele Studenten plagt, soll es zunächst eine breit angelegte Befragung der Betroffenen geben. In der jüngsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks gab immerhin mehr als die Hälfte der Befragten an, dass eine psychische Erkrankung sie in ihrem Studium einschränke.

          Einzelne Angebote wie Beratungsstellen, Sportkurse und Ernährungsratgeber sind nach Einschätzung des Projektleiters Stephan Letzel auf dem Campus auch heute schon zu finden. Für die Zukunft gelte es, eine Gesamtstrategie zu entwickeln, Aktivitäten zu vernetzen und Studenten besser zu informieren. Wie genau das aussehen könnte und ob auf dem Hochschulgelände womöglich eines Tages ein eigenständiges Gesundheitszentrum eingerichtet werden soll, vermochte beim Projektstart am Mittwoch aber noch keiner der Beteiligten vorherzusagen.

          Die zur Verfügung stehende Summe von 1,5 Millionen Euro sei zwar ein Anfang, werde, auf fünf Jahre gesehen, aber kaum reichen, um das Versprechen „Gesund studieren in Mainz“ einlösen zu können, hieß es. Zumal wenn man berücksichtigt, dass beim vergleichbaren betrieblichen Gesundheitsmanagement in großen Unternehmen viel Geld dafür ausgegeben wird, etwa ergonomisch gestaltete Möbel anzuschaffen oder den Mitarbeitern vergünstigte Besuche in Fitnessstudios sowie Gesundheits-Workshops zu ermöglichen.

          Übertragen auf den Campus hieße das unter anderem, in Zukunft nicht nur genügend, sondern noch dazu eher teure Computerarbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, weitere Sportkurse für jedermann anzubieten und den Mensa-Speiseplan unter die Lupe zu nehmen. Dies in der Hoffnung, dass das altbewährte Heilmittel „Mens sana in corpore sano“, ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, auch gegen Lern- und Lebensstress hilft.
           

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