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Neue Energie? : Kunden meiden Ökostrom

Blick vom großen Feldberg auf den Vordertaunus: Durch immer effizientere Windräder und die Subventionen sind Ökostromtarife oft günstiger als andere. Bild: dpa

Es rettet nicht gleich die Welt, wenn man für seinen kleinen Haushalt erneuerbare Energien ordert. Aber immer weniger Hessen bestellen Ökostrom. Dabei ist er mitunter sogar billiger.

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          Der Schreck über das Reaktorunglück in Fukushima im März 2011 war den Deutschen kräftig in die Glieder gefahren. Aufgewühlt von den Nachrichten aus Japan, tat jeder, was er konnte. Die Bundeskanzlerin zum Beispiel vollzog eine 180-Grad-Wende ihrer Politik und setzte, obwohl gerade erst die Laufzeit der deutschen Kernkraftwerke verlängert worden war, den raschen Ausstieg aus der Atomkraft durch. Und die Stromkunden? Kraftwerke abzuschalten lag nicht in ihrer Macht. Aber sie orderten kräftig Strom aus erneuerbaren Energien. Von denen, die sich im Jahr 2012 beim Vergleichsportal Verivox für einen neuen Liefervertrag entschieden, wählten 76 Prozent Ökostrom.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Doch das ist lange her. Vor wenigen Tagen meldete Verivox, dass der Anteil des Ökostroms bei den Vertragsabschlüssen über die Internetseite dieses Unternehmens im vergangenen Jahr gerade noch 36 Prozent betragen habe. Nachdem die Werte schon seit 2013 sanken, machten sie von 2016 auf 2017 noch einmal einen richtigen Satz nach unten, um 16 Prozentpunkte. Die Hessen liegen dabei genau im Schnitt. In Berlin und Hamburg war der Anteil auch im vergangenen Jahr mit gut der Hälfte noch deutlich höher. Schlusslicht in der Tabelle ist Niedersachsen, warum auch immer. Dass man in dem Flächenland angesichts der Verspargelung der Landschaft mit Windrädern auf das Wort vom Ökostrom inzwischen gereizt reagiert, mag wohl sein. Doch die ebenfalls schwer windenergiegeplagten Brandenburger lagen über dem Schnitt.

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