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Freiheit der Kunst : Streit um religionskritische „Porno-Ikonen“

Sorgt für Kritik: Christine Metzners „pornographische Serie“ Bild: Martin Albermann

In einem Offenbacher Schaufenster ausgestellte Heiligenbilder mit sexuellen Motiven verärgern Orthodoxe. Der Oberbürgermeister verteidigt die Freiheit der Kunst.

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          Die Idee des Offenbacher „Superladens“ ist es, freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern in kurzzeitig leer stehenden Ladenlokalen in Offenbach die Chance zu geben, ihre Werke auszustellen und zu verkaufen. Diese Gelegenheit hat auch Christine Metzner ergriffen. Sie präsentiert dort derzeit eine „Pornografische Serie“ genannte Reihe von Ikonen, die sie mit Applikationen aus bunten Bügelperlen verfremdet hat.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Die Heiligendarstellungen, die vor allem für Menschen christlich-orthodoxen Glaubens eine besondere Bedeutung haben, werden in Metzners Werken überdeckt von Darstellungen bunter Geschlechtsteile, von Kopulationsszenen und anderen Motiven. Sie entsprechen dem, was der Serienname verspricht. Sie wolle damit auf das heikle Verhältnis von institutionalisierter Religion zur Sexualität aufmerksam machen, auf die erzwungene Unterordnung der Frau in Institutionen verschiedenster Religionen und auf sexualisierte Gewalt und Missbrauch im Schatten dieser Institutionen.

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