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Ausschluss aus hessischer AfD : „Aus der Presse erfahren“

Zeigt sich überrascht: der frühere Landesvorsitzende Rolf Kahnt (AfD) Bild: dpa

Der Streit in der hessischen AfD um einen geplanten Ausschluss zweier Fraktionsmitglieder geht weiter. Jetzt hat der AfD-Landtagsabgeordnete Ralf Kahnt seinen Unmut geäußert.

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          Der AfD-Landtagsabgeordnete Rolf Kahnt hat sich empört darüber gezeigt, von dem Plan seiner Fraktion, ihn und den Parteifreund Rainer Rahn auszuschließen, aus der Presse erfahren zu haben. „Das ist eine Frage des Anstands“, sagte der fünfundsiebzigjährige Alterspräsident des Hessischen Landtages am Freitag. Wie berichtet, will die große Mehrheit der 18 Fraktionsmitglieder in der Sitzung am 20.Oktober einen entsprechenden Beschluss fassen.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Carsten Knop

          Kahnt wird vorgeworfen, sich in der Landtagsfraktion mit jedem angelegt zu haben. Rahn wiederum soll nur selten an den Sitzungen teilnehmen. Der Frankfurter Mediziner hatte im Mai in einem Brief an seine Fraktionskollegen beklagt, dass ein Mitarbeiter ihm eine Liste mit Verfehlungen zugeschickt habe. Auf die öffentliche Berichterstattung hatten die übrigen Parteien im Landtag mit der Feststellung reagiert, dass die Landtagsfraktion der AfD ihre Abgeordneten bespitzeln lasse.

          Kahnt, pensionierter Gymnasiallehrer aus dem Kreis Bergstraße, bestätigte, dass es zwischen ihm und einem großen Teil der Fraktion seit dem vergangenen Herbst „Unstimmigkeiten“ gebe. Im Mai sei der Fraktionsvorsitzende Robert Lambrou seiner Einladung zu einem ausführlichen Gespräch gefolgt. Dabei sei ein weiteres Gespräch mit dem Fraktionsvorstand avisiert worden. Dazu sei es aber nie gekommen.

          Weil ihm zu den Vorwürfen nichts Schriftliches vorliege, könne er sich dazu auch nicht äußern, so Kahnt. Seinen Aufgaben als Landtagsabgeordneter sei er immer gewissenhaft nachgekommen. Ein- oder zweimal habe er wegen einer Erkrankung gefehlt. An der für den 20. Oktober angekündigten Fraktionssitzung will Kahnt teilnehmen. Rahn war für eine Stellungnahme am Freitag nicht zu erreichen.

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