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Stellenabbau vertagt : Hoffnungszeichen bei Continental

Gegen Stellenabbau: Viele Beschäftigte haben ihre berufliche Existenz bei Continental verbracht. Bild: Lucas Bäuml

Die Mitarbeiter des Autozulieferers Continental wissen nach den Verhandlungen nicht, ob sie hoffen dürfen oder enttäuscht sein sollen. Immerhin hat der Kompromiss den Beschäftigten mehr Zeit verschafft.

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          In den hessischen Werken des Autozulieferers Continental wissen Tausende Beschäftigte derzeit nicht recht, wie sie sich fühlen sollen: Dürfen sie wieder Hoffnung haben, dass ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben? Sollen sie enttäuscht sein, weil der Stellenabbau in Babenhausen nur vertagt, aber nicht abgesagt wird? Oder frustriert, weil die Abfindungen niedriger ausfallen als erwartet?

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Monatelang sind die Conti-Mitarbeiter in Karben, Babenhausen und Schwalbach auf die Straße gegangen, um zu versuchen, den Abbau von mehr als 4000 Stellen allein in Hessen zu verhindern. Viele sind in dieser Zeit extra in die Gewerkschaft eingetreten, um den Protest besser unterstützen zu können und den eigenen Vertretern den Rücken zu stärken. Es geht dabei nicht zuletzt um die eigene Lebensleistung. Viele Beschäftigte haben ihre ganze berufliche Existenz in den Werken verbracht. Dass am Standort Babenhausen einige meinen, diese Lebenszeit sei mehr wert als die gerade ausgehandelten Abfindungen zwischen 70.000 bis 120.000 Euro, ist nachvollziehbar.

          Ein großer Verhandlungserfolg

          Und doch haben auch die Gewerkschafter recht, die sagen, dass ein paar Jahre Aufschub der Werksschließung und etwas höhere Abfindungen schon ein großer Verhandlungserfolg sind. Zum einen, weil Verhandlungen über Sozialpläne nun einmal etwas anderes sind als Tarifgespräche. In Lohnverhandlungen haben die Arbeitnehmer mehr Verhandlungsmacht als bei dem Versuch, Stellenabbau zu verhindern oder zumindest zu verringern.

          Zum anderen wird man den Strukturwandel in der Automobilbranche wohl letztlich nur bremsen, nicht aber stoppen oder gar umkehren können. Der Elektroantrieb benötigt erheblich weniger Teile als ein Verbrennungsmotor. Zugleich nimmt der Kostendruck im weltweiten Wettbewerb weiter zu, was Konzerne wie Continental dazu verleitet, auf einen Umzug in Billiglohnländer zu setzen. Ob das klug ist, darf bezweifelt werden. Die jahrzehntelange Erfahrung der Conti-Beschäftigten in der Rhein-Main-Region, die sich in höherer Produktivität und Zuverlässigkeit niederschlägt, lässt sich nicht so leicht verlagern wie Produktionsmaschinen.

          Der Verhandlungskompromiss in Babenhausen hat den dortigen Mitarbeitern immerhin drei Jahre mehr Zeit verschafft, das Management von ihren Qualitäten und ihrem Wert für das Unternehmen zu überzeugen – oder aber sich für neue Aufgaben und Jobs zu qualifizieren. Der Kompromiss ist aber auch ein Zeichen der Hoffnung für die Kollegen in Karben, Schwalbach und Rödelheim, dass es am Ende für sie doch nicht so schlimm kommen muss wie noch vor knapp einem halben Jahr befürchtet.

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