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Steinberg-Kellerei : Koch will ein Flaggschiff für den Rheingau

Ein Mitarbeiter der Hessischen Staatsweingüter reinigt einen Edelstahl-Tank der neuen Steinberg-Kellerei des Klosters Eberbach. Bild: ddp

Mehr als 10 0000 Besucher haben sich am Wochenende die unterirdische Steinberg-Kellerei der Hessischen Staatsweingüter angesehen. Der Bau war über Jahre hinweg von einem erbittert geführten Streit begleitet worden.

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          Mehr als 10 0000 Besucher haben sich am Wochenende die unterirdische Steinberg-Kellerei der Hessischen Staatsweingüter angesehen. Sie wollten sich selbst ein Bild von dem 15,8 Millionen Euro teuren Ensemble machen, dessen Bau über fast sieben Jahre hinweg von einer erbittert geführten Auseinandersetzung begleitet worden war. Die Polizei hatte für die Straße zwischen Kiedrich und Hattenheim die bei Großveranstaltungen übliche Einbahnstraßenregelung erlassen, um genügend Parkraum parallel zur Straße zu schaffen. Das war auch notwendig. In den ersten beiden Stunden der Tage der offenen Tür zählte Leiter Dieter Greiner schon rund 1000 Besucher.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Süße „Sinfonie von Riesling und Spätburgunder“

          Die harte und lange Auseinandersetzung um die Kellerei wurde bei der offiziellen Eröffnungsfeier für 350 geladene Gäste nicht ausgeblendet. Begrüßt wurden sie in einem eigens aufgebauten Zelt, weil die kühle Kellerei nicht für derartige Feierlichkeiten, sondern für die Lagerung und Reife von Wein bei zwölf bis 15 Grad errichtet worden ist. Vor dem Auftischen von „Wisperfisch und Bergsträßer Spargel“, einer „in Pinot Noir braisierten Wildsau“ und einer süßen „Sinfonie von Riesling und Spätburgunder“ mit Früchtekompott aus der Küche der Klosterschänke wurden die Gäste von Moderatorin Ulrike Neradt auf einen „bedeutungsvollen Tag für den Rheingau“ eingestimmt.

          Ministerpräsident Roland Koch (CDU), der Aufsichtsratsvorsitzende der Staatsweingüter GmbH, verteidigte noch einmal den Bau als eine Investition aus der staatlichen Gesamtverantwortung für den Rheingau, während Blitz, Donner und starker Regen die Veranstaltung begleiteten. „Wir wollen und müssen nun ein Flaggschiff sein“, gab Koch den Staatsweingütern ein ehrgeiziges Ziel vor, „sonst haben wir unseren Job verfehlt.“ Die Staatsweingüter würden nun mit guten Voraussetzungen in den „Wettbewerb um die beste Flasche“ und den „Wettkampf um Qualität“ eintreten.

          Dietzel: „Es kommt endlich wieder zusammen, was zusammengehört“

          Der Leiter der Staatsweingüter, Dieter Greiner, erinnerte daran, dass lediglich während 40 Jahren in der 900 Jahre währenden Geschichte des Weinklosters Eberbach der Wein nicht im Kloster, sondern in Eltville ausgebaut worden sei. Auch Weinbauminister Wilhelm Dietzel (CDU) lobte die Rückkehr der Staatsweingüter in und neben das Kloster: „Es kommt endlich wieder zusammen, was zusammengehört.“ Der Präsident der Rheingauer Winzer, Klaus-Peter Keßler, mahnte, dass der Streit um die Kellerei nun endlich ein Ende haben müsse, und war sich mit Ministerpräsident Koch einig, es sei an der Zeit, „die Gräben zuzuschütten“. Koch lobte ausdrücklich die „Größe“ von einem der schärfsten Kellereikritiker, des Wallufer Winzers Hans-Josef Becker, an der Feier teilzunehmen. Er mahnte zudem mehr Geschlossenheit in der Region an. Der Rheingau sei im Weltmaßstab nur ein winziges Anbaugebiet, doch bedeute dies auch einen Vorteil: „Für uns gibt es genügend Weintrinker auf der Welt.“

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