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Stadthalle in Bad Vilbel : „Die größte Baugrube der Wetterau“

  • -Aktualisiert am

Der Wetterauer Landrat Jan Weckler (CDU) hat große Pläne für Bad Vilbel. Bis 2020 soll eine Stadthalle entstehen. Bild: Helmut Fricke

Die Bauarbeiten an der Nidda haben begonnen. Rechtzeitig zum Bad Vilbeler Hessentag im Sommer 2020 soll die Stadthalle stehen – doch der Zeitplan ist eng.

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          Einen rituellen Akt haben Kommunalpolitiker und der Wetterauer Landrat Jan Weckler (CDU) jetzt vollzogen: Dreimal warfen sie mit nagelneuen Spaten Sand auf einen großen Haufen. Der liegt in einer sandigen, von Abrissbaggern planierten Wüstenei hinter dem alten Kurhaus an der Nidda. Auf diesem Gelände entsteht in den nächsten zwei Jahren eine Stadthalle. Mitsamt der Kurhaus-Sanierung investiert die Stadt rund 25 Millionen Euro in den Neubau. Parallel dazu stecken die Bad Vilbeler Stadtwerke weitere zehn Millionen Euro in den Bau einer knapp 400 Autos fassenden Tiefgarage. Auf dem Gelände standen zuvor das nicht mehr genutzte Kurmittelhaus, das 1972 erbaute und inzwischen abgeräumte Hallenbad.

          Das früher gut 7000 Bürger zählende Brunnenstädtchen Bad Vilbel hat inzwischen 35.000 Einwohner und brauche dringend eine Stadthalle, sagte der Erste Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) bei der Zeremonie. In nur einem Jahr habe Stadtwerke-Chef Klaus Minkel das Projekt zur Baureife geführt. Minkel selbst kündigte an, dass zunächst die „größte Baugrube der Wetterau“ gegraben werde: In den nächsten Monaten baggere man bis zu 70.000 Kubikmeter Erdreich und fahre es über den Schwarzen Weg und die Kasseler Straße ab. Dann sollen 700 Bohrpfähle die Spundwände sichern und der Tiefgaragen-Bau beginnen. Wenn die Garage fertig ist, erwarten die Stadtwerke mehr als 300.000 Euro pro Jahr aus der Stellplatz-Vermietung.

          Die neue Stadthalle soll um das denkmalgeschützte Tempelchen des Friedrich-Karl-Sprudels herum durch eine gläserne „Orangerie“ mit dem 90 Jahre alten, vor der Restaurierung stehenden Kurhaus verbunden werden. In ihrem Saal sollen bis zu 1200 Sitzplätze für Veranstaltungen entstehen. Momentan sucht die Stadt eine Baufirma für das nach Plänen des Stuttgarter Büros Vielmo zu konstruierende Gebäude. Wann es fertig wird, konnte Klaus Minkel nicht vorhersagen. Gut wäre die Eröffnung zum Bad Vilbeler Hessentag im Juni 2020. Aber: „Die Ziellinie dafür wird von Monat zu Monat enger“, meinte Weckler.

          Den westlich davon liegenden, gut 3800 Quadratmeter großen Zipfel des Kurparkgeländes an der stark befahrenen Kasseler Straße verkauft die Stadt an einen Projektentwickler aus dem Rhein-Main-Gebiet. Dort soll ein 180 Zimmer fassendes Hotel mit u-förmigem Innenhof und einer 250 Quadratmeter großen Caféterrasse entstehen. Das bis zu 25 Meter hohe neue Gebäude-Ensemble vollendet die „Neue Mitte“ Bad Vilbels, sagte der Erste Stadtrat. Schon fertig ist der zentrale Platz und die auf einer Brücke über die Nidda erbaute Stadtbibliothek. Alle Parlamentsfraktionen hatten die neue Stadthalle grundsätzlich mitgetragen. Die Grünen lehnten den Bebauungsplan im Sommer trotzdem ab, weil sie das Hotel für überflüssig hielten. Sie befürchten zudem, dass die Baukosten für die Stadt zu hoch werden, falls sie am nördlichen Stadtrand kein Bauland an einen Investor für sein geplantes „Thermenparadies“ verkaufen kann. Der Bauherr Josef Wund war im vorigen Dezember gestorben. Bislang ist unklar, wer sein Erbe antritt.

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