https://www.faz.net/-gzg-a1e6x

Mit Glasfaseranschlüssen : Offenbach macht Schulen digital

Gerüstet für den digitalen Unterricht: Bei der Versorgung der Schulen mit Tablets, Laptops und dergleichen hat Offenbach einen Vorsprung (Symbolbild) Bild: dpa

Die Stadt Offenbach hat auf eigene Kosten alle Schulen mit einem Glasfaseranschluss versehen. Geld für W-Lan-Netze und Endgeräte für Schüler und Lehrer kommt aus dem Digitalpakt von Bund und Ländern.

          3 Min.

          Der Offenbacher Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) hat schon lange vor Beginn der Corona-Pandemie darauf gedrungen, auf schnellstem Weg alle Schulen der Stadt mit Glasfaseranschlüssen auszustatten. So sollte die Grundlage für einen zeitgemäßen Unterricht mit digitalen Hilfsmitteln gelegt werden. Nachdem der lange und heftig zwischen Ländern und dem Bund umstrittene Digitalpakt mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro für alle Bundesländer nun doch noch zustande gekommen ist, kann nach dem Anschluss der Schulen ans Internet der nächste Schritt folgen.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Es geht um die Ausrüstung der Schulen mit Präsentationsgeräten für die Klassenräume, Tablets, Laptops und dergleichen mehr sowie um W-Lan für die Schulen, also drahtlose lokale Netzwerke. Offenbach hat insofern einen Vorsprung, als die Stadt schon auf eigene Kosten alle Schulen mit einem Glasfaseranschluss versehen hat, der für maximale Übertragungsgeschwindigkeiten im Netz sorgt. „Daher sind alle Offenbacher Schulen für alle absehbaren digitalen Unterrichtsformate gerüstet“, sagt Weiß.

          Jedenfalls hat die Stadt so die Voraussetzung für die digitalen Endgeräte geschaffen, die sie nun von dem Anteil anschaffen kann, der ihr von den 372 Millionen Euro zusteht, die Hessen aus dem Fünf-Milliarden-Digitalpakt des Bundes bekommt. Offenbach hatte sich frühzeitig um Geld aus dem Förderprogramm Digitalpakt Hessen beworben und als erster Schulträger in Hessen überhaupt Bewilligungsbescheide in Höhe von 3,37 Millionen Euro für die Ausrüstung der Schulen mit drahtlosen Netzwerken erhalten.

          Hinzu kommen den Angaben zufolge noch einmal 850.000 Euro für W-Lan an drei Schulen, die noch saniert werden. Insgesamt rechnet Offenbach mit 9,67 Millionen Euro aus dem Digitalpakt. 2,4 Millionen davon muss die Stadt allerdings als kommunalen Eigenanteil selbst aufbringen.

          Im Juni haben Offenbach, Hanau und der Main-Kinzig-Kreis beschlossen, gemeinsam Informationstechnik und mobile Endgeräte mit dem Geld aus dem Digitalpakt zu beschaffen. Durch den gemeinsamen Einkauf soll es billiger werden. In Reaktion auf die Pandemie hat der Bund zudem nachgelegt und angekündigt, den Ländern zusätzliches Geld für die Beschaffung von Tablets für den Schulunterricht zur Verfügung zu stellen.

          In seiner jüngsten Sitzung hat der Offenbacher Magistrat nun die Ausrüstung der Schulen mit W-Lan-Netzen an ein in dieser Sache erfahrenes Planungsbüro vergeben. Die Herausforderungen sind allerdings nicht gering: In rund zwei Jahren sollen alle 28 Offenbacher Schulen mit einem leistungsfähigen W-Lan versorgt sein. Zu diesem Zweck müssen deren Gebäude begangen und Baupläne gesichtet werden. Fest steht Weiß zufolge schon jetzt, dass der bauliche Aufwand dabei teilweise erheblich sein wird.

          Nicht alle Lehrer fit im Umgang mit digitalen Medien

          Der Schuldezernent weiß auch, dass selbst mit einer optimalen technischen Ausstattung der Schulen nicht viel erreicht ist, wenn nicht auch die Lehrer in der Lage sind, die neuen Instrumente zur Wissensvermittlung zu nutzen. Und Weiß ist sich auch bewusst, dass die Voraussetzungen innerhalb der Lehrerschaft sehr unterschiedlich sind. Die einen gehen wie selbstverständlich mit digitalen Medien um, andere aber nicht.

          An der Stelle kommt in der Stadt und dem Kreis Offenbach das Medienzentrum Offenbach ins Spiel. In dem Zentrum in Dreieich-Sprendlingen werden Lehrer mit einem breitgefächerten Weiterbildungsangebot dabei unterstützt, sich pädagogische und didaktische Konzepte für einen digital basierten Unterricht anzueignen. Leiter Matthias Demeter und sein Team halten eine Fülle von Weiterbildungsangeboten bereit. Allein in diesem Jahr haben schon 1800 Lehrer an entsprechenden Angeboten teilgenommen.

          Mit den zur Corona-Bekämpfung angeordneten Schulschließungen ist der ohnehin große Bedarf an Weiterbildung und Hilfe in Sachen digitales Lehren und Lernen noch einmal sprunghaft gestiegen. Allein von März bis heute zählte das Medienzentrum fast 12.500 Nutzer auf seinen Seiten im Internet. Dort finden sich unter „School@home“ Beispiele einzelner Schulen, wie sie welche Instrumente eingesetzt haben, Beratungen zu Lernsoftware, aber auch Hinweise, was etwa aus rechtlicher Sicht für Online-Seminare zu beachten ist.

          Dazu bietet das Medienzentrum eine Mediathek, in der man komplette Multimediapakete zu Unterrichtsthemen findet. Auf die können nicht nur Lehrer, sondern auch Schüler für eine bestimmte Zeit zugreifen, um den Stoff noch einmal durchzugehen.

          Weitere Themen

          Der neue alte Goetheturm Video-Seite öffnen

          Er steht wieder : Der neue alte Goetheturm

          Nach einem Brandanschlag im Jahr 2017 wurde der Goetheturm in Frankfurt nun wieder errichtet. Der neue Turm soll diesmal robuster sein und somit auch Feuer standhalten können.

          Topmeldungen

          Lukaschenka gibt seine Stimme in einem Wahllokal in Minsk ab

          Wahlsonntag in Belarus : Unter den Augen von Soldaten

          In Belarus bereitet sich das Regime auf Proteste gegen das offizielle Ergebnis der Präsidentenwahlen vor. Amtsinhaber Lukaschenka ist gereizt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.