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Tourismus im Taunus : Erlebnisreichtum vor der Haustür

  • -Aktualisiert am

Dominant: das alte Rathaus mit Café Bild: Marcus Kaufhold

Die Stadt Hofheim kehrt nach sieben Jahren zurück in den Kreis der Taunus Touristik Service. So hofft eine Kleinstadt auf bessere Wahrnehmung in der Region und darüber hinaus.

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          Sieben Jahre lang bestritt die Stadt Hofheim ihr touristisches Vermarktungskonzept weitgehend aus eigener Kraft und mit geringen Mitteln. Der mit finanziellen Engpässen 2014 begründete Rückzug aus dem Taunus Touristik Service e. V. (TTS), den als Folge der Finanzkrise ebenso Hattersheim, Sulzbach und Bad Vilbel vollziehen mussten, wird jetzt wieder rückgängig gemacht.

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          Heike Lattka
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Am gestrigen Mittwoch haben Bürgermeister Christian Vogt (CDU) und der TTS-Vorsitzende und Grävenwiesbacher Bürgermeister Roland Seel (CDU) die Rückkehr der Main-Taunus-Kreisstadt in den touristischen Dachverband der Freizeitregion Taunus besiegelt. Den Betrag von knapp 10.000 Euro lässt sich Hofheim die gemeinsame Vermarktung mit sechs Landkreisen und 36 Kommunen jährlich kosten. Das sei gut angelegtes Geld, hob Vogt hervor.

          Er erhoffe sich eine bessere Wahrnehmung Hofheims in der Region und darüber hinaus durch die Aufnahme in Broschüren sowie die bessere Präsentation von Veranstaltungen auf dem gemeinsamen Taunus-Internetportal. Die Bürger entdeckten gerade in Pandemiezeiten den Erlebnisreichtum vor der eigenen Haustür. Und hierbei habe Hofheim als Destination und Brückenkopf zwischen den Großstädten Mainz, Wiesbaden und Frankfurt vieles zu bieten, was stärker nach außen getragen werden müsse.

          Bisher sehr schwache Vermarktung

          Vor der Pandemie hatte sich die Kreisstadt nach den Angaben von Vogt schon auf einem guten Weg befunden. So stiegen die Übernachtungszahlen in der Saison 2018/2019 um 30.000 auf 164.000 im Vergleich zur vorherigen Saison. Nach Eschborn sei dies die zweithöchste Übernachtungszahl im Main-Taunus-Kreis gewesen. Vogt sprach vom Tourismus als einem Schlüsselfaktor für die Ansiedelung und Bindung von Unternehmen und Arbeitskräften. Die positiven Folgen des Tourismus reichten von wirtschaftlichen und steuerlichen Effekten bis hin zu seiner Funktion als Bekanntheits- und Imageträger.

          Laut Vogt bereitet die Stadtverwaltung vor, Veranstaltungen, Gastronomie, Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten in die Datenbank einzuarbeiten. Die unterschiedlichen Anbieter würden von der Kommune derzeit um deren Einwilligung für Veröffentlichungen gebeten. Ebenso sei der Aufstellungsbeschluss für ein kleines Hotel mit bis zu 100 Betten an der Elisabethenstraße gegenüber der Stadthalle gestellt. Damit werde sich die Bettenzahl von derzeit um die 900 weiter erhöhen. Und ein mit mehr als 100.000 Euro durch den Main-Taunus-Kreis bezuschusstes „Haus der Michelsberger Kultur“ neben dem Meisterturm am Kapellenberg soll errichtet und das Pompeii der Steinzeit stärker in den Fokus rücken.

          Blick auf die Innenstadt mit der Kirch St. Peter. Bilderstrecke
          Sehenswert : Tourismus in Hofheim

          Leider vermarkte sich Hofheim nach den Worten des Bürgermeisters aktuell auf regionaler Ebene nur schwach. Die Stadt sei weder personell noch finanziell so aufgestellt, dass sie eine weitreichende Marketing-Strategie aus eigener Kraft verfolgen könne. Deshalb sei die Aktivität im Taunus-Verbund so wichtig, sagte Vogt.

          Hoffnung auf höhere Besucherzahlen

          Um überregional eine gute Wahrnehmung zu erzielen, sei die gemeinsame Vermarktung ein wichtiger Faktor, stimmte Seel zu. Er freue sich, mit der neu begonnenen Zusammenarbeit eine Lücke im Verbandsgebiet schließen zu können. Die Region wachse zusammen und stelle sich einheitlich auf. Er verwies auf die Taunus-Website, die im vergangenen Jahr von 2,1 Millionen Nutzern angeklickt worden sei. Hinzu kämen Aktivitäten in den sozialen Medien und in thematischen Taunus-Broschüren, die von gastronomischen Angeboten bis zu Wanderrouten reichten. Insbesondere Letztere seien in Zeiten der Pandemie besonders begehrt gewesen, berichtete Seel.

          Vogt hofft, dass sich der gemeinsame touristische Auftritt auch bei den städtischen Einnahmen bemerkbar machen wird. In jedem Fall ist die Zahl der touristischen Übernachtungsgäste deutlich ausbaubar: Bei der letzten Umfrage unter Hofheimer Hotel- und Pensionsgästen aus dem Jahr 2012 lag die Zahl der reinen Touristen bei weniger als zehn Prozent.

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