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Marburger Netzwerk : So viele Beratungen wegen Rassismus wie noch nie

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Gegenhalten: Das „Beratungsnetzwerk Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ verzeichnet mehr Anfragen Bild: dpa

Seit 2007 steht das „Beratungsnetzwerk Hessen“ Menschen mit Rat zur Seite, die etwa Opfer von Extremismus und Rassismus geworden sind. Zuletzt hatte es so viele Anfragen wie noch nie - aus mehreren Gründen.

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          Mehr Menschen in Hessen suchen im Umgang mit Rechtsextremismus und Rassismus Hilfe. Das „Beratungsnetzwerk Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ registrierte im vergangenen Jahr so viele Beratungen und Präventionsangebote wie noch nie seit der Gründung 2007. Hintergrund seien nicht zwingend mehr Vorfälle, sondern vor allem auch eine höhere Akzeptanz und Verbreitung des Hilfsangebotes, sagte Koordinator Reiner Becker.

          Das am Demokratiezentrum der Universität Marburg angesiedelte und von Land und Bund geförderte Netzwerk berät unter anderem Kommunen, Vereine, Schulen sowie Opfer von Extremismus und Rassismus. Ein Patentrezept gebe es dabei nicht, erklärte Becker: „Es werden immer der Einzelfall und die besonderen Umstände vor Ort betrachtet.“

          119 Präventionsangebote

          Die Mitarbeiter hatten es 2017 mit 142 neuen Beratungsfällen zu tun sowie mit 119 Präventionsangeboten, wie aus dem kürzlich vorgestellten Jahresbericht hervorgeht. Zu den „klassischen“ Themen gehöre der Umgang mit rechter Gewalt, berichtete Becker. Gestiegenen Beratungsbedarf gebe es zu Vorurteilen und Alltagsrassismus. „Hier macht sich das, was wir im Großen beobachten können, im kleinen Umfeld und im Alltäglichen bemerkbar. Die Hemmschwellen, wie man mit anderen Menschen umgeht, sinken teilweise.“ Ein weiterer Themenschwerpunkt sei die Integration von Flüchtlingen: „Die Kommunen wollen wissen, wie man Zusammenleben neu gestalten kann.“

          Der Verfassungsschutz geht von 1465 Rechtsextremisten in Hessen aus. Davon seien etwa 670 gewaltorientiert. Im Jahr 2017 zählten die Behörden 540 Straf- und Gewalttaten mit einem rechtsextremistischen Hintergrund, wobei der größte Teil auf Propagandadelikte entfiel.

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