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Überzeugende Hygienekonzepte : Diese Schwimmbäder und Badeseen lohnen sich im Rhein-Main-Gebiet

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Erfrischend: das Schwimmbad in Mainz-Mombach Bild: Sascha Kopp/VRM

Die heißen Temperaturen locken die Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet an die Badeseen und in die Schwimmbäder. Doch aufgepasst: Planung ist in diesem Corona-Sommer alles!

          10 Min.

          Für die Hitzewelle scheinen die Frankfurter Schwimmbäder gerüstet: Die Zeitfenster in nahezu allen Freibädern der Stadt waren am vergangenen Wochenende gut besucht, größere Schwierigkeiten gab es nicht. „Den Leuten war klar: Wir haben ein Hygienekonzept, aber ihr müsst euch im eigenen Interesse dran halten. Bei Schließung gibt es kein Bad“, sagt Alexander Mitschke, Marketingmanager der Bäderbetriebe Frankfurt.
          Der Eindruck vom Brentanobad bestätigt das. Einige Besucher warteten am vergangenen Freitag schon um 14.30 Uhr auf den Einlass, Familien mit Kindern, junge Leute, paarweise oder in kleinen Gruppen, und einige Senioren, die Liegestühle und Sonnenschirme dabei hatten. Alles wirkt friedlich und diszipliniert. Bis zu 13.000 Menschen werden in normalen Jahren auf die Riesenliegefläche gelassen, derzeit nur 3000 pro Zeitfenster.

          Kaum 200 Meter entfernt ist das Freibad Hausen, dort stehen um 15.45 Uhr nur noch wenige Leute Schlange. Auch dort mussten die Gäste ihre Karte online buchen für eines der in Frankfurt üblichen Zeitfenster von 9 bis 14 und 15 bis 20 Uhr. Besitzer einer mit Geld aufgeladenen Vorteilskarte müssen sich im Zweifelsfall gedulden: Badegäste, die online für ein Zeitfenster gebucht haben, gehen vor.

          „Durch Corona ist einiges schwieriger geworden“, sagt die Bademeisterin. Es sei ein wenig stressig an heißen Tagen. Die Leute reagierten teils schnippisch oder aggressiv, wenn man sie auf die Abstandsregeln aufmerksam mache. „Aber es gibt auch liebe Badegäste.“ In Hausen liegen die Leute etwas enger als im Brentanobad. Je näher am Wasser, desto geringer der Abstand. Um 16 Uhr ertönt der Hinweis, den Sicherheitsabstand einzuhalten und die Maske in Umkleidekabinen und WCs zu tragen. Die Lage blieb aber ruhig.

          Mitschke hatte erwartet, dass das Hygienekonzept funktioniert, wie er sagt. In den ersten Tagen habe man bei geringer Besucherzahl beobachtet, wie sich die Besucher verhielten, und festgestellt, dass die meisten die Corona-Verhaltensweisen verinnerlicht hätten. „Und man legt sich ja ohnehin in der Regel im Freibad nicht näher als 1,50 Meter zum Nachbarn.“ Höchst selten einmal sei es vor allem am Eingang zu kleineren Unstimmigkeiten gekommen, wenn Badegäste monierten, dass andere Besucher in der Warteschlange keinen Mundschutz trügen oder den Abstand nicht einhielten. Das Sicherheitspersonal habe die Konflikte stets schnell gelöst.
          Laut Mitschke war jedoch selbst an den bislang heißesten Tagen kein Slot in den zahlreichen Freibädern der Stadt ausverkauft. Nur im Rebstockbad, für das wegen des Zugangs übers Hallenbad nur 500 Besucher zugelassen sind, gab es Engpässe. dme./luar.

          Waldschwimmbad Rüsselsheim: Baden unter Aufsicht

          So einfach kommt man nicht hinein: Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang des Rüsselsheimer Waldschwimmbads weisen große Schilder darauf hin, dass vorab online ein Ticket besorgt werden muss. Allerdings ist auf den Schildern auch ein QR-Code abgedruckt, mit dem man sich über das Handy noch schnell eines buchen kann. In das Schwimmbad dürfen derzeit 800 Personen. An einem frühen Nachmittag bei bestem Wetter sind allerdings weit weniger Besucher da. Am Sandstrand spielen Kinder, ein schwimmendes Einhorn treibt mit Besatzung auf dem Waldsee. Jugendliche spielen Beachvolleyball. Auch wenn das Schild am Netz darauf hinweist, dass auch dort anderthalb Meter Abstand gelten, springen sie manchmal etwas eng beieinander herum. Doch Handtücher und Decken rund ums Wasser zeigen: Zu geringe Abstände gibt es hier nicht.

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