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Smarte Ampeln in Wiesbaden : Ein System für Entlastung

  • -Aktualisiert am

Digitales System: „Digi-V“ soll Staus lösen Bild: Marcus Kaufhold

Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden hat ein digitales Verkehrsleitsystem in Betrieb genommen. Ehe „Digi-V“ seine volle Wirkung zeigt, muss freilich die neue Salzbachtalbrücke fertig gebaut sein.

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          Das war viel Vorschusslorbeer, der verteilt wurde, als das neue digitale Verkehrsleitsystem der Landeshauptstadt offiziell startete. Die Möglichkeiten des Werkzeugs mit dem Namen Digi-V hören sich in der Tat fantastisch an. Den Wiesbadenern ist zu wünschen, dass es zu den damit verbundenen Verbesserungen auch tatsächlich kommt. Denn der Verkehr in der Stadt ist eine Katastrophe, und dass die Salzbachtalbrücke gesprengt ist, verschlimmert diese Situation noch.

          Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass Digi-V auch ein Teil dessen ist, was gegen ein Dieselfahrverbot getan werden kann. Autofahrer, die hoffen, dass sie bald wieder flott durch die Stadt brausen dürfen, könnten bitter enttäuscht werden. Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Die Grünen) spricht nicht umsonst davon, dass durch das System alle Vorteile haben sollen: Radler, Fußgänger und der öffentliche Nahverkehr sollen ebenfalls profitieren.

          Zu viele Autos in der Stadt

          Ein prägnantes Beispiel dafür, wie Autos aus der Stadt gehalten werden können, sind die Pförtnerampeln, etwa auf dem Weg von Taunusstein nach Wiesbaden und an der Berliner Straße. Ist der Verkehr zu dicht, wird der Zufluss „dosiert“, das heißt: Die Ampel ist länger rot als sonst. Auch das diskutierte Tempolimit auf den Hauptverkehrsstraßen und die angekündigte massive Preiserhöhung für das Anwohnerparken verdeutlichen, dass der Autoverkehr in Wiesbaden nicht mit Entlastungen rechnen darf.

          Digi-V lenkt den Verkehr aus der Innenstadt und tariert damit auch den Bedarf an Fläche zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern aus. Fahrradfahrer und Fußgänger schützt es, indem kluge Ampeln speziell für sie auf längere Grünphasen schalten. Dagegen kann niemand ernsthaft etwas haben.

          Ob es Digi-V jedoch tatsächlich gelingt, den Verkehr besser fließen zu lassen, lässt sich erst nach dem Wiederaufbau der Salzbachtalbrücke mit Gewissheit feststellen, denn erst dann werden wieder „normale“ Verkehrsverhältnisse in der Stadt herrschen. Eines steht aber schon heute fest: Digi-V kann die Hauptursache der Verkehrsprobleme in Wiesbaden nicht lösen. Es fahren einfach zu viele Autos in der Stadt.

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