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Seeheim-Jugenheim : Die Lufthansa preist den „Geist von Seeheim“

  • -Aktualisiert am

14 Stockwerke: der neue Lufthansa-Komplex Bild: Helmut Fricke

Hier schlägt das „emotionale Herz“ der Lufthansa. Das Unternehmen hat an der Bergstraße sein „Training & Conference Center“ eröffnet. Es ersetzt den alten Komplex am gleichen Ort und kostete 100 Millionen Euro.

          Die Lufthansa hat am Freitag ihr neues Schulungs- und Konferenzzentrum in Seeheim offiziell eröffnet und den Neubau als Bekenntnis zur Rhein-Main-Region gewertet. Zur Eröffnung waren der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber und Jörg-Uwe Hahn (FDP) als Stellvertreter des hessischen Ministerpräsidenten in den 100 Millionen Euro teuren Gebäudekomplex gekommen. Mayrhuber stellte das Vertrauen seines Konzerns in das Drehkreuz heraus. Für Hahn verbindet die Lufthansa und mit ihr das „Training & Conference Center Seeheim“ Hessen mit der Welt.

          Schöner, größer, eleganter

          Mayrhuber bezeichnete den Neubau als schöner, größer und eleganter als das Vorgängergebäude am gleichen Ort, sah aber auch „Geist und Herz“ weiterwirken. Überhaupt wurde der „Geist von Seeheim“ mehrfach beschworen, gibt es doch weltweit kaum Lufthansa-Mitarbeiter, die nicht über der Bergstraße zur Weiterbildung oder Schulung geweilt hatten. Hier schlage das „emotionale Herz“ der Lufthansa.

          QSH, wie die Lufthansa-interne Abkürzung lautet, ist die zentrale Aus- und Weiterbildungsstätte der Mitarbeiter aus aller Welt. Mayrhuber fügte an, dass Seeheim für Bildung, Dialog und Begegnung im Konzern stehe. Die Lage an der idyllischen Bergstraße, die Nähe zum Flughafen und die hervorragenden Beziehungen zur Gemeinde Seeheim-Jugenheim böten ideale Voraussetzungen, um dem weiterhin gerecht zu werden. 110.000 Mitarbeiter aus 150 Nationen beschäftigt die Lufthansa weltweit.

          Die Wurzeln der Lufthansa entdecken

          Den größten Anteil an den Schulungen stellen Ausbildungen aus den Feldern Fracht, Passagiere oder Abfertigung. 20 Lehrlinge werden in Seeheim geschult, etwa für den Beruf des Servicekaufmanns im Luftverkehr. Die besondere Atmosphäre von Seeheim will das Unternehmen auch nutzen für übergreifende Trainings, die unter der Marke „Lufthansa School of Business“ unternehmensweit angeboten werden. Sie wurde 1998 als erste Corporate University Deutschlands gegründet.

          Doch der Konzern will hier auch die Mitarbeiter zusammenbringen über Kulturen und Hierarchien hinweg und die Unternehmenskultur erfahrbar machen. Hier sollen die Beschäftigten gemeinsam die Wurzeln der Lufthansa entdecken.

          So können sich die Tagungsteilnehmer nicht nur in rund 80 Trainingsräumen, die für vier bis 45 Personen angelegt sind, weiterbilden, Konzepte entwickeln oder Impulse setzen, sondern sich auch kennenlernen, ihre Freizeit verbringen und Kontakte knüpfen. Dafür gibt es ein Hauptrestaurant mit 400 Sitzplätzen, einen Bierkeller mit 100 Plätzen, eine Loungebar, ferner Freizeiteinrichtungen wie Kegelbahnen, Dart, Kicker, Poolbillard, ein Bad mit Sauna, ein Fitnesscenter mit Cardio- und Kraftgeräten, Joggingpfade und einen Mountainbikeverleih.

          Vor den Seminarräumen sind Kaffeestände eingerichtet, die von 8.30 bis 17 Uhr durchgehend geöffnet haben, so dass sich die Tagungen nicht mehr zeitlich an den Vorgaben der festen Kaffeepause orientieren müssen. Ein Wellnesshotel sieht die Lufthansa aber nicht in Seeheim. Die 483 Zimmer, fast 400 davon als Einzelzimmer mit 16 Quadratmetern, sind eher so angelegt, dass sie nicht dazu einladen, übermäßig viel Zeit darin zu verbringen.

          Im finanziellen Rahmen geblieben

          Der ausdrückliche Dank des Vorstandsvorsitzenden galt am Freitag den Einwohnern von Seeheim-Jugenheim, die über zwei Jahre hinweg erst die Lastwagen hätten ertragen müssen, die das Abrissmaterial abtransportiert hätten, dann auch noch die Lastwagen, die für den Neubau das Material herbeigeschafft hätten. Daran erinnerte auch Bürgermeister Olaf Kühn (parteilos). Wäre das Verhältnis zwischen der Lufthansa und der Gemeinde nicht so gut, dann wäre ein solch großer Komplex nicht durchsetzbar gewesen, sagte er.

          Nach dem Grundsatzbeschluss, das in die Jahre gekommene alte Gebäude abzureißen und durch einen Neubau am gleicher Stelle zu ersetzen, gewann 2006 das Architekturbüro GHP aus Oberursel den Wettbewerb. Ende des gleichen Jahres begannen die Abbrucharbeiten. Im April 2007 lud die Lufthansa zum Baubeginn. Man sei froh, sagte Mayrhuber, im finanziellen Rahmen mit 100 Millionen Euro Baukosten geblieben zu sein; außerdem sei es gelungen, die Zeiten einzuhalten.

          Die Vorgabe der Lufthansa-Geschäftsleitung lautet, 80 Prozent des Betriebs mit eigenen Weiterbildungen zu bestreiten, 20 Prozent des Umsatzes sollen externe Firmen beitragen. Zudem ist die Gastronomie für die Allgemeinheit geöffnet.

          Zu einem Tag der offenen Tür lädt die Lufthansa die Bevölkerung von Seeheim-Jugenheim an diesem Sonntag von 10 bis 15 Uhr ein.

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