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Schwimmbäder in Hessen : Lasst uns ins Wasser!

Bild: dpa

Wenn es um die Öffnung von Badeseen und Freibädern geht, zeigt sich Hessen noch zögerlich. Das ist fatal, denn der Wasserentzug ist eine echte Qual.

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          Dass es langsam ernst wird, merkte ich, als ich googelte, in welchen Bundesländern das Schwimmen schon wieder erlaubt ist. Dass Hessen in dieser Frage zögerlich ist, ist bekannt: Am 1. Juni öffnen zwar die ersten Bäder, hinein kommen aber nur Mitglieder von Schwimmvereinen. Wann auch alle anderen endlich wieder einmal ins kühle Nass hüpfen dürfen, steht dagegen noch in den Sternen. Meine Sehnsucht danach, in einem Badesee oder im Freibad ein paar Bahnen zu kraulen, jedenfalls ist mittlerweile zur echten Qual geworden, der Wasserentzug macht mich wuschig.

          Dabei bin ich nicht einmal ein Profi. Eine kurze Episode als jugendlicher Leistungsschwimmer liegt Jahrzehnte zurück. Doch ich liebe es, zu schwimmen, gerade dann, wenn es draußen wärmer wird, das Wasser aber noch ordentlich kühlt. Wird es allzu schlimm, krame ich die Bücher, die von der Faszination des Schwimmens berichten, aus dem Regal. Dann blättere ich durch den Comic „Der Geschmack von Chlor“ von Bastien Vivès, der von zwei Menschen erzählt, die sich in einem Hallenbad kennenlernen und der mit wunderbaren Szenen in Türkis glänzt. Oder durch Leanne Shaptons „Bahnen ziehen“, in dem die Autorin über ihren Traum von einer Karriere als Profischwimmerin schreibt.

          Das allerliebste Buch aber ist „Mein Jahr im Wasser“ von der in Berlin gestrandeten Kanadierin Jessica Lee. Um persönliche Verwundungen zu heilen, beschließt sie, ein Jahr lang jede Woche in ein neues Gewässer zu tauchen, bei Hitze und Sonne, Eis und Schnee. Ob auch sie darunter leidet, dass das Baden im Moment nicht möglich ist?

          Doch halt, in den Berliner und Brandenburger Seen, das entdecke ich beim erneuten Googeln, ist das Schwimmen nie verboten worden. Dicht sind dort nur die klassischen Bäder. Sollte sich die Öffnung der hessischen Badeseen noch weiter hinziehen, weiß ich jetzt immerhin, wo Rettung zu finden ist.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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