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Um Küken vor Fuchs und Waschbär zu schützen, ist menschliches Zutun nötig. Bild: RP Darmstadt

Schutz für Küken : Mit Elektrozaun gegen Waschbären

Wenn auch auf niedrigem Niveau: Die Bestände des Kiebitzes im Wetteraukreis haben sich wieder erholt – müssen aber geschützt werden.

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          Feuchtgebiete, die trockengelegt, und Wiesen, die in Ackerland umgewandelt werden: Derartige Eingriffe in früheren Jahrzehnten haben dazu geführt, dass bodenbrütende Vogelarten seltener geworden sind. Dann tat sich manches zum Besseren, wie im Wetterauer Auenverbund. Dank Renaturierung von Gewässern, Biotopvernetzung und extensive Weidenutzung erholten sich die Bestände wieder, namentlich des Kiebitzes.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Nach Erkenntnissen von Ornithologen sind die Populationen von bodenbrütenden Spezies aber noch immer auf niedrigem Niveau, so zählt der etwa taubengroße Kiebitz weiterhin zu den vielerorts selten anzutreffenden Arten, weil Bruterfolge ausbleiben. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass viele Jungvögel Räubern wie Fuchs und Waschbär zum Opfer fallen, die sich – besonders Letzterer – in den zurückliegenden Jahren stark vermehrt haben.

          Aber es gibt ein Projekt zum Schutz vor Tieren, die Jagd auf Wiesenbrüter machen, das offenkundig Erfolg hat und deshalb weitergeführt werden soll. So wurde auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Wiesenvogelschutz, eines Zusammenschlusses von ehren- und hauptamtlichen Naturschützern, Naturschutzfonds Wetterau und Forstamt Nidda in der Nähe von Reichelsheim um eine rund sechs Hektar große Fläche ein rund zwei Meter hoher Gitterzaun aufgestellt, wie er ähnlich auch schon in der Forstwirtschaft verwendet wird. Um das Terrain, das wegen vieler kleiner Wasserflächen und offener Flächen dank der Weidehaltung von Rindern ein bevorzugtes Brutgebiet von Kiebitz und anderen Arten ist, zusätzlich zu sichern, hat man auf verschiedenen Höhen stromführende Drähte gespannt.

          Anknüpfen an Brandenburg

          Ein Konzept, das sich andernorts, etwa in Brandenburg, schon als wirkungsvoll erwiesen hat. Weil Fuchs und Waschbär so gehindert werden, dort Beute zu machen, haben die Bestände deutlich zugenommen. Dort zieht mittlerweile fast ein Viertel der hessischen Gesamtpopulation des Kiebitzes seinen Nachwuchs auf, wie aus Zählungen hervorgeht. Daran will das Regierungspräsidium Darmstadt als Obere Naturschutzbehörde anknüpfen lassen. Noch im Laufe dieses Jahres sollen in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Wiesenvogelschutz zwei weitere größere Flächen zum Schutz von Bodenbrütern installiert werden.

          Ein Gebiet befindet sich in den Niederwiesen beim Niddataler Ortsteil Ilbenstadt, das andere in der südlichen Wetterau im Naturschutzgebiet Ludwigsquelle bei Karben. Beide Flächen werden schon beweidet. Es ist vorgesehen, dass die Zaunanlagen nach der Brutzeit der Vögel geöffnet werden, damit sie dann für Hasen, Rehe und andere Wildtiere kein Hindernis mehr darstellen.

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