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Schulen und Corona : Nach den Ferien verschärfte Bedingungen wegen Urlaubsrückkehrern

Weiter Masken im Klassenzimmer: Kultusminister Alexander Lorz (CDU) stellt die Strategie für das neue Schuljahr vor. Bild: dpa

Mehr Tests und erweiterte Maskenpflicht: Für die ersten beiden Wochen nach den anstehenden Schulferien ordnet der hessische Kultusminister Lorz besondere Vorsichtsmaßnahmen gegen das Virus an. Zudem stünde noch Geld bereit für Schutzmaßnahmen wie Luftfilter.

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          Mit verschärfen Vorkehrungen will der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) die Schulen in den ersten beiden Wochen nach den am Wochenende beginnenden und Ende August endenden Sommerferien gegen das Corona-Virus wappnen. Die Zahl der wöchentlichen Tests wird von zwei auf drei erhöht. Während des Unterrichts müssen medizinische Masken auch am Platz getragen werden. Sie werden im Freien, bei Einschulungsfeiern und ähnlichen Veranstaltungen dringend empfohlen.

          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          „Wir alle kennen die Problematik der Urlaubsrückkehrer und ihren Einfluss auf die Infektionslage aus dem vergangenen Jahr“, stellte Lorz am Montag fest.  Hinzu komme, dass der Start für den weiteren Verlauf des Schuljahrs „durchaus entscheidend“ sei. Die Verschärfung der Maßnahmen seien darum vertretbar. Sie dienten dem „obersten Ziel“ an fnf Tagen der Woche einen „Präsenzunterricht im angepassten Regelbetrieb“ zu ermöglichen. Die Voraussetzungen dafür seien wesentlich besser als im vergangenen Jahr. Denn   damals habe man weder über flächendeckende Test noch über Impfstoffe verfügt.

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          Erkennntnisse aus anderen Bundesländern

          Lorz glaubt, dass bis zum Ende der Ferien rund 80 Prozent der Lehrer die Möglichkeit genutzt haben werden, sich impfen zu lassen. Damit schützten sie nicht nur sich selbst, sondern auch die Schüler, die zwar zur Impfung zugelassen seien, aber noch keine erste oder zweite Dosis erhalten hätten.

          Man habe das Geschehen sehr genau im Blick und können kurzfristig mit der breiten Impfung von Kindern und Jugendlichen loslegen, sobald die Ständige Impfkommission zu einer Neubewertung der Lage komme. „Bis dahin rufe ich alle Eltern dazu auf, mit ihren Kinder- und Jugendärzten die Möglichkeiten einer individuellen Impfung zu besprechen.“

          Die bewährten Antigen-Selbsttests sollen beibehalten werden. Am Präsenzunterricht darf weiterhin nur teilnehmen, wer getestet, geimpft oder genesen ist. Lorz äußerte die Sorge, dass die vermehrte Mobilität in den Sommerferien sowie Reisen in Risiko- oder Virusvariantengebiete sich auswirken würden. Er appellierte an die Familien, sich bei der Rückkehr aus dem Urlaub schon vor dem ersten Schultag testen zu lassen. Weil die Ferien in anderen Bundesländern früher als in Hessen endeten, werde man dort schon im August Erkenntnisse gewinnen. 

          Wenn die Infektionszahlen nicht signifikant steigen, besteht nach den ersten beiden Schulwochen im Schuljahr grundsätzlich keine  Maskenpflicht im Freien, am Platz und wenn es zu pädagogischen Zwecken erforderlich ist. Das ändert sich, wenn die Inzidenz von 50 erreicht wird.

          Noch 40 Millionen Euro für Schutzmaßnahmen

          „Das richtige und regelmäßige Lüften ist das A und O für einen sicheren Unterricht, gerade dann, wenn im Klassenzimmer am Platz keine Maske mehr getragen werden muss“, unterstrich der Minister. Luftreinigungsanlagen könnten dabei „unter gewissen Bedingungen“ hilfreich sein. Aber alle Experten seien sich darin einig, dass die Geräte das richtige Lüften nicht ersetzen könnten, „egal welche Technik sie in das Klassenzimmer stellen“.

          Im Hinblick auf die öffentliche Debatte erinnerte Lorz daran, dass das Land die Schulträger auch künftig bei der Anschaffung von Luftfiltern unterstütze. Gegenwärtig stünden noch 40 Millionen Euro für Schutzmaßnahmen an Schulen zur Verfügung.

          Der Minister kündigte Wechselunterricht für den Fall an, dass die 7-Tage-Inzidenz auf mehr als 100 ansteigt. Dies sei im hessischen Eskalationskonzept vorgesehen. Die Gesundheitsämter können auch weiterhin unabhängig von den landesweiten Regelungen je nach der Entwicklung der Pandemie regionale oder schulbezogene Maßnahmen anordnen. Sie müssen sich allerdings mit den Schulämtern und den Trägern abstimmen.

          Den Schulen hat Lorz am Montag sein spezielles Konzept für die ersten Wochen nach den Sommerferien, einen aktualisierten Hygieneplan sowie einen überarbeiteten Leitfaden zur Schul- und Unterrichtsorganisation zugeschickt.

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