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Schulpolitik: Rheinland-Pfalz : Hauptschulen sind ein Auslaufmodell

Bild: F.A.Z. - Agata Skowronek

Rheinland-Pfalz will bis 2014 alle Hauptschulen abschaffen und die Schüler in Realschulen integrieren. Die ersten 122 „Realschulen plus“ nehmen nach den Sommerferien die Arbeit auf.

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          Die ersten 122 „Realschulen plus“ können nach den Sommerferien in Rheinland-Pfalz die Arbeit aufnehmen – und fortan in kooperativer oder integrativer Form Unterricht für Haupt- und Realschüler anbieten. Damit sei der erste Schritt der Schulstrukturreform getan, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) in Mainz.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Am Ende des Weges steht die Auflösung aller Hauptschulen bis 2014 und eine „Zweigliedrigkeit mit Plus“, die Ahnen zufolge „Kindern und Jugendlichen mehr Aufstiegschancen eröffnen und zu mehr Chancengleichheit beitragen soll“. Das Ziel sei nicht die Organisationsreform, „sondern eine geringere Schulabbrecherquote und mehr Schüler mit höheren Bildungsabschlüssen“.

          Das im Dezember verabschiedete Landesgesetz zur Änderung der Schulstruktur sieht vor, dass Regionale Schulen und Duale Oberschulen automatisch zu „Realschulen plus“ werden. Außer diesen 91 Einrichtungen erhielten weitere 31 Antragsteller vom Ministerium und der Schulaufsicht die Genehmigung, sich in eine „Realschule plus“ umwandeln zu dürfen. In Mainz, wo es fünf oder sechs solcher Schulen geben soll, machen die beiden Grund- und Hauptschulen aus Mombach und der Nachbargemeinde Budenheim den Anfang. Sie haben sich sogar über Stadt- und Kreisgrenze hinweg zur Kooperation entschlossen. An allen anderen Standorten in der Landeshauptstadt dürften die neuen „Realschulen plus“ wohl erst zum Schuljahr 2010/11 eingerichtet werden.

          In Klassen mit bis zu 25 Schülern soll der Unterricht dort während einer zweijährigen Orientierungsstufe zunächst für alle Kinder gemeinsam angeboten werden. Danach trennen sich bei der kooperativen Form, im Unterschied zur integrativen, dann aber die Wege der Jugendlichen, die wahlweise den Abschluss „Berufsreife“ beziehungsweise „Mittlere Reife“ anstreben. Bisher halten sich die Bewerbungen für die beiden möglichen Schulformen laut Ministerium in etwa die Waage. Alle „Realschulen plus“ sollen Ahnen zufolge zusätzliche Lehrer erhalten, um Projektarbeit und eine individuelle Förderung zu gewährleisten.

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