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Verunsicherte Familien : Wechselbad Wechsel-Unterricht

Der Wechselunterricht in Hessen für die Klassen eins bis sechs hat begonnen. Bild: Lucas Bäuml

Der Wechselunterricht sorgt bei Eltern und Kindern für Unsicherheit: Einerseits freuen sich die Familien auf ein bisschen Normalität, andererseits bleibt die Frage offen, wie das alles funktionieren soll.

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          Zum Beginn des Wechselunterrichts herrschen Hoffen und Bangen in den Familien. Manche Kinder jubeln im Minutentakt „Ich freu mich so!“ Andere wissen kaum noch, wie ein normaler Schultag abläuft. Und Eltern fragen: Wie normal kann das alles in den nächsten Wochen überhaupt werden?

          Vielen ist das Gefühl für die Dynamik der Pandemie abhandengekommen. Der Inzidenzwert steigt. Er ist aber viel niedriger als noch vor wenigen Monaten. Damals gab es Wechselunterricht allenfalls in Hotspots wie Offenbach mit einer Inzidenz von über 200, ansonsten waren die Klassen voll, und Grundschüler trugen keine Maske. Da erscheint die Rückkehr halber Klassen bei einer Inzidenz von knapp 60 am Montag angemessen vorsichtig. Zudem zeichnet sich ab, dass Lehrer bald geimpft werden. Auch die Forderungen nach mehr Test-Möglichkeiten für Lehrer wie Schüler dürften nicht verhallen.

          Gleichzeitig weiß jeder, der Kinder hat oder schon einmal in einer Grundschule war, dass die Abstandsregeln auch in halbierten Klassen kaum eingehalten werden dürften. Hinzu kommt die Notbetreuung in wieder anderen Gruppen – die auch nicht immer von den Kindern im Wechselunterricht ferngehalten werden können.

          Die Richtung stimmt

          Für Eltern, die ihre Kinder bisher in die Schule geschickt haben, hat sich die Situation durch den Wechselunterricht verschlechtert. Die Notbetreuung ist nicht überall gesichert, weil die Schulen nicht genug Räume und Personal haben. Vorher hatten die Kinder Unterricht bei der Klassenlehrerin mit all jenen Mitschülern, die trotz des Appells, zu Hause zu bleiben, ebenfalls in die Klassen kamen.

          Es ist kein Geheimnis, dass viele dieser Kinder durchaus zu Hause hätten betreut werden können, auch wenn das in vielen Fällen anstrengend gewesen wäre. Dasselbe gilt jetzt für die Notbetreuung, die auch Eltern im Homeoffice offensteht.

          Kinder aus anderen Familien kommen entfremdet in die Schule zurück. Wieder andere sind einfach glücklich. Es wird eine anstrengende Zeit, aber die Richtung stimmt: Alle Schüler kommen wieder. Die Wechselbäder der Gefühle, die damit einhergehen, müssen Familien noch ertragen.

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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